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Wer glaubt, Justice würden jetzt komplett einen auf sanft machen, hat nicht weit in ihr drittes Album reingehört. Zwar deuteten Artwork, Titel und die ersten Singles von „Woman“ mit Slap-Bass-Disco, Streichern und viel Falsett einen romantischen Kurs an, doch nach dem knarzigen „Fire“ und „Alakazam!“s Psych-Trip wirft „Chorus“ das Sägewerk wieder in vollen, rasanten Gang. Daneben behält der Justice-Sound auch mit all den Chören und Blechbläsern des London Contemporary Orchestra seinen grellen Stich bei, der sich mit dem Bemühen um warme Arrangements und Vintage-Appeal beißt. Was den mehr und weniger filtergefüllten Songs gleichermaßen abgeht, sind aber einprägsame Momente, leiern sie ohne Hooks doch nur lauwarm und wenig abenteuerlich herunter. Wo sich das Duo für seine bekanntesten Songs mehr oder weniger originell an Samples bediente – bei Goblin oder Prince auf „†“, beim Classic Rock von The Who, AC/DC und Status Quo auf „Audio, Video, Disco.“ – und mit der zitatgefüllten Jackson-Hommage „D.A.N.C.E.“ wohl den kreativen Höhepunkt erreichte, vermögen seine Eigenkompositionen nicht derart mitzureißen. Umso auffälliger lebt das Album daher kurz vor Schluss noch mit „Heavy Metal“ auf, wo Justice einen obskuren Synth-Hibbler aus den 70ern mit rhythmischem Umpf aufmotzen – denselben hatte jedoch schon KAYTRANADA vor ein paar Jahren auf zeitgemäßere Art umfunktioniert.