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Mannequin Pussy – Romantic

Strophe, Refrain, Strophe, Refrain, dazwischen Solo, Bridge oder Breakdown, so kommt man schnell auf drei Minuten Gitarrenmusik – wenn man denn nicht in Mannequin Pussy mitspielt. Auf ihrem grandios nervösen Zweitwerk ist die Band um das Sechssaiterduo Marisa Dabice und Thanasi Paul zum noisigeren und melodischeren Quartett angewachsen, dem vor allem Kaleen Readings sattes Trommelspiel pressierend unter die Akkorde greift. Bei der durchschnittlich 90-sekündigen Songdauer kommt auf „Romantic“ bemerkenswerterweise weder eine übermäßige Hektik auf, noch enden die Stücke abrupt verfrüht. Selbst die stürmischsten unter ihnen sind kompakte Vollwertkompositionen, deren satte Hooks wie im eröffnenden „Kiss“ frenetisch oder auch gesangsharmonisch wie in „Denial“ vom Leder ziehen. Ohne balladeske Atempausen, wie noch auf dem einen Song kürzeren und eine Minute längeren Debüt, flitzt das Ohr so in 200 Sekunden von shoutigem Punk zu Buzzocks-melodischem Power-Pop und wieder zurück – eine ungemeine Befreiung von geläufigen Punkschablonen, unter deren erhöhter Intensitätswirkung Dabices erschütterte Stimme „At night sometimes my thoughts collide/ my body shakes/ i feel so separated/ from what i thought i’d be/ and what i am/ is there nothing i can do?“ als umso aufreibendere Beschreibung einer Panikattacke übermittelt.

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