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The Body – No One Deserves Happiness

Lee Burford und Chip King sind vor allem für ihre häufige Willigkeit bekannt, sich für die Zusammenarbeit mit anderen zu öffnen. Als The Body haben sie in den vergangenen Jahren am Rand der Metal-Szene und jenseits davon unter anderem mit Thou, Vampillia und sogar The Bug kollaboriert, während an ihrem letzten eigenen Album „I Shall Die Here“ die Produktion von The Haxan Cloak ebenfalls prägenden Anteil hatte. Gerade diese letztere Erfahrung scheint Ansporn gewesen zu sein, sich noch weiter in diese Richtung zu strecken, denn was The Body mit „No One Deserves Happiness“ geschaffen haben, ist ein Electro-Doom-Ausnahmewerk.

Dass auf dessen Cover alleine der Name des Duos geschrieben steht, bedeutet nicht, dass King und Burford sich dafür zu einer festen, geschlossenen Bandeinheit konzentriert hätten, ebensowenig steht für die bekennenden Nicht-Virtuosen bloßem Instrumental-Handwerk im Zentrum. The Body bilden vielmehr eine Plattform für die formbaren Klangauswürfe mehrerer, fast schon kollektivistisch agierender Beteiligter. Unter der Produktion und Beat-Programmierung des befreundeten Duos Machines With Magnets wirkt an manchen Stücken des Albums nur Burford oder King mit – oder auch keiner von beiden.

Spätestens Vocals und Texte kommen auch von anderen Mitgliedern der Body-Familie, unter anderem Maralie Armstrong (Humanbeast), Ben Eberle (mit dessen Duo Sandworm The Body auch schon eine Split herausbrachten), Whore Paints Reba Mitchell und Chrissy Wolpert, die schon seit Jahren die choralen Beiträge von The Body liefern. Sie sind kaum weiches Pendant zu Kidds Kreischen, sondern wie in „Shelter Is Illusory“ eine zweite Stimme, die wütenden Hoffnungsverlust verkörpert. Während Armstrong wie vor ihr schon Kidd in langgezogenen Rufen darum kämpft, nicht inmitten der schnappenden Drum-Machine-Claps und Doom-Walzen zu ertrinken, ist sie in „Amadah“ ganz in ihrem Element. Mit einem Spannungsfeld aus frontal komprimierten, drückendem Beats und Höhlenhall-Schlagzeug, abseitigem Orgeln und sich darin vermischender Tremolo-Gitarre wird das Stück wie eine Ballade aus einer abgründigen Pop-Parallelwelt.

Unter dem Mantel der Verzweiflung erweisen sich alle Arten von Sounds als rekonfigurierbar. Die veraschte Klanglandschaft in „The Fall And The Guilt“ wird erst vom Leiern des Cellos gezeichnet, dann von einem Drone-Raunen übernommen, das erneut eine verzerrte Form des Streichinstruments ist. Im geduldig aufgebauten „Prescience“, das sich der Mitte klaustrophobisch verengt, scheinen Chorstimmen eine Konstante zu bilden, jedoch ist zwischenzeitlich nicht mehr auszumachen, ob die abgedämpfte Wehmut im Hintergrund nicht einem anderen Geräusch entspringt, das im kontrollierten Loop gefangen weiterschallt.

Fern solcher Subtilität ist „For You“ ein zweieinhalbminütiger Schrei-, Trommel- und Schrammel-Workout von wenig origineller Struktur, jedoch klanglich transformiert in ein exquisit detailliertes Gewitter. Höhen und Bass der Instrumente bleiben klar separiert, die dazwischen gesponenen Krach-Fasern sind voluminös, aber so prägnant, dass ihre Mutation von Knistern zu Feedback wie die Leitwirkung einer Melodie ausfällt. Während der Unterschied zwischen Noisekunst und einer lieblos dumpfen, blechernen Lo-Fi-Aufnahme schon mal schwer zu erkennen sein kann, ist die Wirkung solch deutlich ausformulierter Extremmusik geradezu anmutig.

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