De MontevertDe Montevert
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Label:
Nomethod
VÖ:
26.02.2016
Referenzen:
TORRES, The Staves, The War On Drugs, Daughter, PJ Harvey
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Autor: |
| Evelyn Ehi-Imoisili Idemudia |
Verändert, reifer und gestärkt meldet sich die Schwedin Ellinor Nilsson aka De Montevert nach einer längeren Reise auf der Suche nach sich selbst wieder zurück. Nach dem Erscheinen ihres 2012er Debütalbums „Friends & Enemies“ wurde es aus privaten Gründen allmählich ruhiger um sie. Jetzt, knapp vier Jahre später, hat sie zurück zur Musik und zu sich gefunden. Deutlich anders als noch auf ihrem poppig-elektronischen Debüt zeigt sich De Montevert auf ihrer neuen, selbstbetitelten Scheibe von einer eher in sich gekehrten Seite.
Einlass in das Album gewährt in post-punkigem Duktus das eröffnende „Forever“, das mit grollenden Gitarrenklängen ähnlich einem Reisetagebuch Nilssons steinigen Weg rekonstruiert: Mit deprimierenden Zeilen („It’s not cold/ Now that you’re gone“) offenbart sie die Notwendigkeit, sich von einem einst geliebten Menschen zu trennen, wenn für dessen Liebe im eigenen Leben kein Platz ist. Die Ablösung von den eigenen Gefühlen und die desillusionierte Erkenntnis, dass man nichts anderes als deren Geisel ist (wie beispielsweise im Song „Hostage“) nehmen auf dem Album einen großen Platz ein. Die Dysbalance zwischen Verlangen und Verlieren verarbeitet Nilsson dabei unter verschiedenster Instrumentalbegleitung: Mal in einem poppigen, fröhlich klingenden Szenario wie etwa in „Let’s Not Run Away Together“, mal begleitet von einem dröhnenden, orgelähnlichen, bedrohlich wirkenden und zugleich harmonisch ausgearbeiteten Synthiewall beim düsteren „October 11th“.
Neben De Monteverts Erkenntnis, Lebenskapitel abschließen zu müssen, um neue schreiben zu können, wird auf dem Album gleichzeitig auch die Frage danach laut, wohin die Reise überhaupt gehen soll. Dabei im Mittelpunkt ist bei dem Song „Home“ die Suche nach dem Zuhause – einem Ort der sicheren Zuflucht, der zugleich auf den richtigen Pfad leiten kann.
Als Notiz an sich selbst in dem Reisetagebuch dick mit Filzstift an den Rand geschrieben, resümiert De Montevert schließlich im Song „Close Encounter“: „Don’t waste your heart/ When you know that something is wrong“. Wie ein Mantra wiederholt sie die Zeilen sich selbst zuflüsternd, wieder und wieder.
De Montevert ist erwachsen geworden und auf ihrer Expedition ihrem Ziel – nämlich sich selbst zu finden – ein großes Stück näher gekommen. Trotz der eher zurückhaltenden Begleitung des Multiinstrumentalisten Kalle Johannson gelingt es Nilsson , ihren Weg nachvollziehbar zu gestalten. Hier und dort wirkt das inhaltlich repetitiv, durch die musikalische Gestaltung ist aber genügend Abwechslungsreichtum dabei, um nicht allzu monoton zu klingen.


