KEØMAKEØMA
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Label:
Embassy Of Music
VÖ:
29.01.2016
Referenzen:
A Tale Of Golden Keys, Coldplay, The xx, Alin Coen Band, Wet
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Autor: |
| Evelyn Ehi-Imoisili Idemudia |
Alles begann in einer Nacht in Köln. Nach einem Konzert von Singer-Songwriterin Kat Frankie traf die Australierin mit der Wahlheimat Berlin auf den Kölner Musiker Chris Klopfer. Aus einem Wettstreit darum, wer von den beiden das traurigste Lied schreiben kann, sollte bald ein gemeinsamer Song werden. Und jetzt, etwa vier Jahre später, ist aus einem Song gleich ein ganzes Album geworden, das das Duo unter dem Namen KEØMA veröffentlicht.
„KEØMA“, das ist eine Anspielung auf einen der letzten klassischen Italowestern aus den 1970er-Jahren. Filmliebhaber werden feststellen, dass auch die Songtitel die eine oder andere Referenz aus der Kinogeschichte enthalten – aber auch ohne cineastisches Grundwissen ist das Album konzeptionell absolut zugänglich. Weniger blutverschmiert als in einem Italowestern geht es darauf zu, doch in gewisser Weise ähnlich dramatisch. Mit dabei ist auch immer ein hoffnungsvoller Unterton, der Klopfers und Frankies Stimmen wie ein treuer Begleiter durch das Werk führt.
Hüfttief durch Melancholie watend und umgeben von vernebelten Synthies gibt beispielsweise das eröffnende „Shame“ die Richtung des Albums an, in Aufbau und Konzeption dicht gefolgt von Songs wie „Black“ oder „Gone“. Die durchgehend eher minimalistisch gehaltene Instrumentalbegleitung erhält vorerst in „Righteous“ und schließlich in „Protected“ ihren Höhepunkt und überlässt in beiden Fällen Frankies gefühlsgeladener Stimme genug Raum, um darüber zu klagen, dass die Liebe zu einem anderen Menschen einfach nicht funktioniert.
Zwischen all dem bedrückenden Kummer unerwiderter Liebe finden jedoch auch weitaus optimistischere und poppigere Songs ihren Platz. Mal etwas indie-rockig (wie bei „Streetlights“), mal wieder etwas synth-lastiger (wie bei „Pines“ oder „Pray“) und mal mit erfrischendem Vogelzwitschern und Meeresrauschen bei „Blue Lagoon“.
Das Debüt von KEØMA ist instrumental eher zurückhaltend gestaltet, was aber die gesangliche Performance der beiden wieder ausgleicht. Aufgesetzt dramatisch wirkt es dabei an keiner Stelle, eher authentisch melancholisch. Ende Februar treten sie beim deutschen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest mit „Protected“ auf. Mit einem für den ESC eher unkonventionellen Song könnten die beiden jedenfalls für frischen Wind sorgen.


