Blaue BlumeSyzygy
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Label:
Believe Digital
VÖ:
29.01.2016
Referenzen:
When Saints Go Machine, The Cure, Kate Bush, ANOHNI, Wild Beasts, Jónsi
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Autor: |
| Laura Schaefer |
Was hat das romantisch verklärte Symbol der blauen Blume mit dem charmanten dänischen Quartett gleichen Namens gemeinsam? Auf den ersten Blick wirkt eine Verbindung wie an den Haaren herbeigezogen, doch irgendetwas Essenzielles müssen sich die Jungs aus Kopenhagen bei dem Namen gedacht haben.
Wer kennt sie nicht, diese erhabene, wunderschöne blaue Blume, der so oft in romantischer Literatur und auch späteren Kunstepochen gehuldigt wurde? Sie ist ein zentrales Motiv der Sehnsucht, der Liebe, des metaphysischen Strebens nach dem Unendlichen sowie Zeichen der Wanderschaft und der Weite. Immerhin, etwas lässt sich dazu in der Bandgeschichte finden: Aufgewachsen in der südlichen Provinz Dänemarks, zog es die Vier nach Kopenhagen – so ist zumindestens Letzteres stichfest. Doch es muss noch mehr geben.
„You kissed my ear and whispered something and threw yourself into the flames and I quickly followed ‘cause you were mine” – diese einfachen, aber sehr wirkungsvollen Worte kann man gemeinsam mit einem Ausschnitt nackter Haut auf dem Cover wiederfinden. Wenn nicht hier, wo sonst wird man so direkt mit der Thematik der blauen Blume konfrontiert? Was sich nun auf dem Album musikalisch wiederfindet, passt zu diesem ersten, gar romantischen Eindruck der Band – allerdings in Form von weichem Indie-Rock mit poppigen Disco-Anleihen. Verwunderlich ist das nicht, da es sich ins Gesamtkonzept einfügt.
In einem jeden Song dieses Debütalbums findet sich die Ruhe selbst wieder: Es herrscht eine seicht tanzende Rhythmik, die besonders mit der hohen, klaren Intonation des Sängers Jonas Smith den gewissen Dreh bekommt – öde und verklärt nein, melodisch und glänzend ja („Sky“). Mit dem Anfangssong „Candy“ wird man direkt in diese Ästhetik hineingeworfen, die mit flirrenden, hellen Gitarrensounds in das Traumuniversum von Blaue Blume einlädt. Dabei ist aber nichts abgehoben sphärisch, sondern besitzt immer ein sehr organisches Gerüst. Der bodenständige Charakter zieht sich konsequent durch die Platte. Deren feine Essenz ist ein 80er-anmutender Sound, der sich wie ein Nebel auf die Musik legt – ein leichter Hauch einer Retromanie („Roxy“). Die Nuance färbt die Musik sehr ein, aber sie geht darin auf, ohne einen schwülstigen Eindruck zu hinterlassen.
Nach dem letzten Track „Gently Lovely Baby“ merkt man, dass „Syzygy“ ein rundes Gesamtes ergibt, das gefällt. Wenn man sich nach einem Album so wohl fühlt, ist das wohl ein gutes Zeichen – auch wenn man sich fragt, ob Sänger Smith nicht am Ende gar einen Salbeitee braucht.


