Das Soloprojekt des Kaliforniers Brian Pyle lebt auf „Blossoms In Red“ vor allem von den Kollaborationen, hat er sich doch neben dem Electro-Duo Soft Metals auch den umtriebigen Peter Broderick (als Vokalisten) und die Wahlberlinerin J Moon als Gäste geladen. Herausgekommen ist ein sehr spezielles Album, dessen einzelne Bestandteile trotz aller Varianz nahtlos ineinander übergehen.

Interessanterweise scheint Pyle auf „Blossoms In Red“ einen Rahmen zu spannen, denn er lässt den Anfangs- und Schlußtrack ohne Kollaborationspartner alleine stehen. Beim flächigen und bildhaft betitelten „From The Window, Red Flowers On The Mountain“ verschieben sich zunächst unnahbar scheinende Töne zu einer einnehmenden Klanglandschaft. Vordergründig kühl, überlagern sich einzelne Schichten zu einer inneren Wärme, ganz in Farbe der titelgebenden Blumen. Doch schon kurz vor Schluss des Stücks lässt er schneidende Elektronik die Szenerie umklammern und gibt den ersten Gästen den Vortritt.

Das Gerüst bleibt, doch verwandeln Soft Metals den ambienten Klangraum in eine eisige Tonwüste. Das titelgebende Rot der Blüten schimmert nicht mehr wärmend durch das Stück, vielmehr scheinen die einzelnen Blätter ein wenig ziellos durch Sturm und Eis zu wehen, die metallene Kälte im Nacken. Auch das darauf folgende „On The Sand“ greift einen Teil der vorherigen Sounds auf und Peter Broderick darf seine erstaunlich heisere Stimme auch schon zwischen die letzten Takte von „Blossoms In Red“ zwingen. Zu wahrer Größe schwingt sie dann aber erst im mutmaßlichen Kernstück des Albums, das mit langkettigen Gitarrenakkorden und der wüsten Stimmgewalt des Gastmusikers deutliche Unterscheide zum vorher Gehörten aufzeigt.

Chronologisch folgt auf „On The Sand“ das mit dem gehauchten Gesang J Moons veredelte „You, By Candlelight“. Wieder lässt Pyle ein paar Akkorde stehen, auch die eine oder andere Gitarrenfigur taucht verlangsamt wieder auf – und doch ist der Charakter des Stücks erneut vollkommen anders. War „On The Sand“ eher ein widerborstiges Spoken-Word-Intermezzo, lässt Moon gar einen Hauch von Melodie zu, der zu folgen allerdings nicht immer einfach ist. Auch hier verarbeitet Pyle flächige Klänge, die er jedoch nicht immer aus den Untiefen seiner elektronischen Helfershelfer zu beziehen scheint. Vielmehr mischen sich allmählich Field Recordings in die Szenerie, die dann im abschließenden „Nothing Is Perfect“ durch das angeschrägte Klavier und dem nahezu völligen Verzicht auf Satz und Takt ihrem Namen alle Ehre macht.

Pyle und sein „Solo“-Projekt Ensemble Economique beweisen auf „Blossoms In Red“ eindeutig, was sie am besten können, denn bis auf beim starken „On The Sand“ brauchen die Tracks keine weitere Hilfe. Das schmückende Beiwerk lässt gerade das instrumental an sich spannende „You, By Candlelight“ ein wenig deplatziert wirken und so wirkt auch der Schluß des Albums letztlich fremd und eben nicht ganz einheitlich.

Ein Kommentar zu “Ensemble Economique – Blossoms In Red”

  1. Jens sagt:

    Sehr schön! ich höre gerade rein :)

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