KelelaHallucinogen EP
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Label:
Warp
VÖ:
09.10.2015
Referenzen:
FKA twigs, Cooly G, SZA, Banks, Solange Knowles, Tinashe, Aaliyah
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Autor: |
| Laura Schaefer |
Trends kommen, Trends gehen. Eine Zeit lang gab es einen frischen Wind in der R’n’B-Ecke, der gekonnt und innovativ dieses Genre transformierte: Irgendwas zwischen Future-R’n’B und Neo-Soul, Düsternis und Melancholie. Hochgelobt, aber mittlerweile scheint der Hype etwas zu stagnieren. Gut, dass es Künstlerinnen wie Kelela gibt, die nach ihrem 2013er Mixtape-Debüt „CUT 4 ME“ nun mit ihrem Einstand auf Warp Records dem Subgenre neue Kraft gibt und daran erinnert, warum der Hype gerechtfertigt war.
Die „Hallucinogen“-EP ist ein gutes Beispiel dafür, warum diese Form des R’n’B mit wenig Aufwand so viel Dramatik erzeugt. Zwischen introspektiv angehauchtem Gesang und kargem elektronischen Sound findet sich eine Popmusik wieder, die gerade von Auslassungen anstatt vom Komplettsein lebt.
„A Message“ ist so ein Track, der diese Anleitung verinnerlicht hat. Schleppend entsteht um Kelelas Stimme ein Gerüst aus sich überlappenden, mit Effekten umschwirrten und aufeinandergepackten Vocals. Clap-artige, verzerrte Beats reichen da als Fundament aus, um dem Track eine fast erotisch anziehende Atmosphäre zu geben. Doch lange braucht man sich nicht davon beirren zu lassen, denn schnell kündigt sich das glühende Herz der kleinen EP an. Mit „Gomenasai“ und „Rewind“ folgen die beiden stärksten Tracks. Ersterer nimmt mit flotterer Rhythmik und helleren, flöten- und glockenartigen Sounds die vorher entstandene Trägheit und melancholische Stimmung auf und erinnert mit dem sehr hohen und markanten „Ah“-Gesang an das genretypische Stilmittel. Hingegen ist die Singleauskopplung „Rewind“ eine Nummer der Lässigkeit: Kelelas sanfter Gesang, die leichten, fast schon läppisch gesungenen Melodien und die erneut klatschenden Beats im Wechsel mit zurückgenommenen minimalistischen Parts sind Coolness pur.
Viele Effekte, Sounds oder Drums erinnern im Allgemeinen immer wieder an ihre Genrezugehörigkeit und lassen die Ohren spitzen, da gewisse Klänge bekannt vorkommen. Das spielt aber eigentlich keine Rolle, denn die EP ist es jede Sekunde wert, gehört zu werden. Das sehr geschmeidige und verhaltene „All The Way Down“, der soundverschachtelte Titeltrack, der nur mit Gesangsfetzen auskommt oder der düster pochende Abschluss „The High“ – all dies ist Kelelas Vision eines progressiven R’n’B und Soul. Sie setzt abermals einen scharfen Fokus auf einen – etwas aus dem Blickfeld geratenen – modernen Musikstil.


