ToraHigh Enough

Rund 5000 Einwohner zählt der Badeort Byron Bay am östlichsten Punkt des australischen Festlandes. Zwei davon – namentlich Tobias Tunis-Plant und Jo Loewenthal – schlossen sich 2012 zusammen und setzten damit den Grundstein für die heute fünfköpfige Gruppe Tora. Komplett wird die Band dabei mit Vokalist und Gitarrist Jai Piccone, Drummer Thorne Davis und Bassist Shaun Johnston.

Ähnlich wie auf ihrer EP „Eat The Sun“ von Oktober 2014 trifft auch bei ihrem Debütalbum „High Enough“ elektronische Tanzmusik auf durchgehend harmonischen Downtempo-Chillwave mit substanziellen Kanten. Als Referenz ließen sich dafür unter anderem Tropics und dessen zweites Album „Rapture“ nennen, Tora verleihen ihrer Musik jedoch mehr Schwung, sind und bleiben präsenter. Die Band schreckt dabei auch nicht davor zurück, elektronische Elemente mit konventionellen Instrumenten zu kombinieren, wie beispielsweise „Jaigantic“ zeigt.

Der Song „Sugar Snap“, der bereits aus der EP der fünf Australier bekannt ist, verteidigt auch auf dem Debütalbum seinen Platz als Eröffnungsstück und kündigt bereits die Grundlinie des Albums an: Ein zurückhaltender, aber dennoch eindringlicher Beat als Hauptkomponente verschwimmt in verträumte Passagen, bis diese letztendlich wieder sanft von wohligen Bässen aufgebrochen werden. „Calming Her“, das doch eigentlich eine beruhigende Wirkung verspricht und diese eigentlich auch durch das vergleichsweise noch entschleunigtere Tempo verliehen bekommt, zählt allerdings zu einem der Tracks, die etwas aus der Ruhe bringen. So wirkt das mehrmals repetierte „I’m calming her/ Calming her/ Calming her/ Calming her“ in Kombination mit Stimmenverzerrung schon beinahe provozierend.

Doch die gewohnt beschwingt-entspannte Harmonie kehrt schnell wieder zurück. Singer-Songwriterin Merryn Jean unterstützt Tora dabei gesangstechnisch und erweitert mit ihrer warmen Stimme das musikalische Repertoire der Band um eine weitere Komponente. Bei „Never With Me“ schließlich wird nochmals ordentlich aufgerüstet. Elektronisch modifizierte Klänge, die aus dem Zwischenspiel „Get Like It“ vertraut vorkommen, werden hier nochmals aufgegriffen und können zusammen mit Merryns Stimme und einem abschließenden Rap-Part als Höhepunkt von „High Enough“ angesehen werden.

Vor allem hier zeigen Tora ihre Vielfältigkeit, nichtsdestotrotz halten sie stets eine Grundlinie und eine ausgewogene Balance zwischen chilligen Vibes und elektronischer Kopfwipp- und Fußwackel-Musik bei. Aufgrund der Experimentierfreudigkeit von Tora bleibt freudig abzuwarten, in welche Richtung sich die Band weiterentwickeln wird. „High Enough“ steht derweilen als ein rundes Ding mit Ecken und Kanten und macht fraglos Lust auf mehr.

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