Musik ins Auge – Der Musikvideo-Roundup (April I)

Fast schon volljährig ist er, der MuVi-Preis für das beste deutsche Musikvideo, der am 02. Mai zum 17. Mal verliehen wird. Für die nächsten vier Wochen kann man im Rahmen dessen auf der Seite der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen über den Publikumspreis 2015 abstimmen – genug Zeit also, sich mit den Nominierten visuell vertraut zu machen.

Unsere eigenen Videohighlights mögen diese Woche eher wenig deutsche Beteiligung beinhalten, aber durchaus europäische: Der Franzose Sylvain Chomet („Les Triplettes De Belleville“) animiert den grotesk anschwellenden Twitter-Vogel zum Symbol der Popularitäts-Kultur, die Londoner Shynola lassen Raum und Zeit um Hot Chips Alexis Taylor thrillerhaft verrückt spielen, während deren Nachbarn Art & Graft ohne Blinzeln auf Laura Marlings wankelmütige Partytour blicken und der Katalane Roger Guàrdia bestes visuelles CANADA-Flair bringt.

Auf der anderen Seite des großen Teiches holt der New Yorker Eric K. Yue visuell so einiges aus einer schwindelerregenden Extremnah-Aufnahme, auch die Kanadier Christopher Mills und Director X & The Little Homies veredeln eine vorgeblich ganz normale Bandperformance mit kunstvollen Unschärfen beziehungsweise eine Comptoner Blockparty im Quadratbild. Das australische Team Sia und Daniel Askill schließlich zeigt einmal mehr (aber wohl auch zum letzten Mal) die interpretative Ausdruckskraft von Maddie Ziegler auf, allerdings diesmal ohne Beinbewegung – ist ja schließlich Tanzverbot.

Hot Chip – Need You Now

Regie: Shynola

 

Stromae – Carmen

Regie: Sylvain Chomet

 

Laura Marling – Gurdjieff’s Daughter

Regie: Art & Graft

 

KEN Mode – Blessed

Regie: Christopher Mills

 

Sia – Big Girls Cry

Regie: Sia & Daniel Askill

 

Nothing But Thieves – Itch

Regie: Roger Guàrdia

 

Kendrick Lamar – King Kunta

Regie: Director X & The Little Homies

 

OKAY KAYA – Damn, Gravity

Regie: Eric K. Yue

 

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