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Tropics – Rapture

Begeisterung und Verzückung, das verspricht zunächst übersetzt das zweite Studioalbum „Rapture“ von Chris Ward, der unter dem Namen Tropics besser bekannt sein dürfte. Der Multiinstrumentalist hat damit nun mehr als drei Jahre auf sich warten lassen und das Versprechen soll an sein Debüt „Parodia Flare“ anschließen. Dieses konnte bereits mit seinem unaufdringlichen, atmosphärischen Electro-Pop und einem Gefühl der Vertrautheit und Glückseligkeit überzeugen – Tagtraum-Dreampop eben.

Auf seinem neuen Album führt der Londoner ausgestattet mit Loops, Samples und Synthesizern das fort, was er mit dem Vorgängerwerk begonnen hatte: verträumten, minimalistischen und teilweise polyrhythmischen Chillout-Electro mit einer Prise melancholischem Soul-Pop, der allerdings noch etwas ruhiger wirkt als das, was man zuvor zu Ohren bekam. „Rapture“ gibt sich konzipiert geschlossen, aber einen Hauch weniger vielschichtig und von der Soundästhetik nicht so verwaschen.

Tendenz und Tempo des Albums deuten sich bereits mit dem eröffnenden „Blame“ und seinen bekömmlichen Lyrics („Did I just let you go?/ Felt so wrong/ I must have just hesitated/ ‚cause now you’re gone“) sowie den genau darauf abgestimmten, sanft umschmeichelnden Beats an. Leises metallisches Klimpern und zart-geraspelte Verzerrungen verleihen der Downbeat-Klangfläche eine ganz eigene Note. Ähnlich funktioniert das auch im balladesken „Kwiat“, beim drumlastigeren „Home & Consonance“ oder auch bei „Hunger“, das zusätzlich verstärkter mit Samples und repetitiven Elementen spielt.

Angedeutete House-Schattierungen lassen sich hingegen bei „Indigo“ vermerken. Hier sind auch – erneut ähnlich wie beim Vorgängeralbum – leichte Parallelen zum Genrekollegen Caribou zu erkennen, allerdings bewegt sich Tropics dabei in einem nochmal entschleunigteren Spektrum. Während der Großteil der Stücke auf „Rapture“ sich rein formal in Tempo und Aufbau nicht auffällig voneinander unterscheidet, ist diesbezüglich der Titelsong die Ausnahme. Er kontrastiert sich mit seinem tragenden Piano leicht vom Rest und wirkt auch eine Spur intensiver.

Mit „Rapture“ befindet sich Tropics in einer zurückgezogenen und – trotz manch melancholischem Text – warmen, behaglichen Sphäre, die jedoch wie beiläufige Gedanken an einem vorbeizieht, ohne überwältigende Spuren zu hinterlassen. Die Kongruenz der Songs komplettiert das Album zwar auf der einen Seite als Einheit, auf der anderen Seite wünscht man sich dann doch ein oder zwei divergierende Stücke, die der runden Platte ein paar Reibungsflächen verleihen. Am schönsten kann man sich schließlich ausruhen, wenn man sich zuvor ein wenig anstrengen musste.

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