Musik ins AugeDer Musikvideo-Roundup (Februar IV)
Was macht man eigentlich, nachem man mal wieder eines der teuersten – und erfolgreichsten – Musikvideos aller Zeiten gedreht hat? Im Falle von Joseph Kahn widmet man sich nach Taylor Swifts bisher bestem Video mal wieder den persönlichen Vorlieben und dreht einen aufwendigen Power-Rangers-Fanfilm, der eher nichts für Kinder ist. Hoffentlich hat der Dreh ihm auch viel Spaß gemacht – zwar wurde der unauthorisierte Kurzfilm schon millionenfach gesehen, aber vom Rechteinhaber innerhalb von 3 Tagen von sämtlichen Videoplattformen runtergeklagt.
Wer weiß, was Carlos Lopez Estrada wohl mit ein paar Extradollarn anfangen würde, vorerst bleibt er aber noch bei Auftragsabeiten – und wie! Erst vor ein paar Tagen erschien das neueste Werk des trickreichen Filmers, diese Woche folgten schon die beiden nächsten, eines humorvoller durchgeknallt als das andere. Noch ignoranter gegenüber allen physikalischen Gesetzen als der Disco-Barkeeper ist nur noch die Skater-Explosion bei Keith Schofield, während Aoife McArdles Kurzfilm auch auf Musikvideo-Länge kondensiert in harter Nähe zur irischen Vergangenheit ist. Wo Anthony Mandler schon aus Gewohnheit zum ultrabreiten Bild für seine leuchtenden Straßenblicke greift, nutzt Alex Southam das Format zum Proträt einer langjährigen Beinahe-Beziehung aus zwei verschiedenen Perspektiven, die einander immer wieder nahe kommen. Julian Ticona Cuba und Daniel Bartels werkeln mit Pflanz und Stein und Michael Holyk zeigt schließlich, dass man auch die Szenenübergänge zur Hauptattraktion beim Musikvideo machen kann.
Leal – Disco Ball / clipping. – Summertime
Regie: Carlos Lopez Estrada
U2 – Every Breaking Wave
Regie: Aoife McArdle
Joywave – Somebody New
Regie: Keith Schofield
Nate Ruess – Nothing Without Love
Regie: Anthony Mandler
Kodaline – The One
Regie: Alex Southam
Kat Vinter – Sooner Or Later
Regie: Julian Ticona Cuba & Daniel Bartels
Ady Sulieman – So Lost
Regie: Michael Holyk

