Petite NoirThe King Of Anxiety EP
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Label:
Domino
VÖ:
20.02.2015
Referenzen:
Bloc Party, Kele, Kwabs, Kwes, Metronomy, Bodi Bill
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Autor: |
| Laura Schaefer |
Eine Tendenz zu immer kleineren und unscheinbareren Genres, Subgenres und Stilistiken ist ein modernes Phänomen, das besonders durch Digitalität und Internet begünstigt und verbreitet wird. So ist es auch nicht verwunderlich, dass Musiker verschiedener Kulturen und Länder ihren Weg zu einer Zuhörerschaft finden und Musik sich zu immer neuen Ästhetiken und Sounds mischt.
In solch einer Symbiose findet sich der in Belgien geborene, in Südafrika aufgewachsene und momentan in London lebende Produzent und Musiker Yannick Ilunga aka Petite Noir wieder. Er präsentiert auf seiner ersten EP genau so eine kunterbunte Mischung – aus afrikanischen Rhythmen und modernen Sounds. Zwar deutet der Titel auf eine gewisse Unsicherheit und Befürchtung hin, doch die Musik zeigt, dass er seinen Platz in der musikalischen Welt gefunden und sich einen eigenen persönlichen Sound geschustert hat.
Petite Noir vermischt galant afrikanische Elemente wie shuffelige Grooves und Marimba mit einem düsteren und souligen Indie-Pop, was in seiner Mixtur vorzüglich klappt – „African New Wave“ oder das von Ilunga geprägte „Noir Wave“ sind da schon erste Bezeichnungen. Zum Glück umgeht „The King Of Anxiety“ auf eine geschickte Art und Weise den vorherrschenden melancholischen Tross, zu sehr wird sie durch den nie schleppenden Groove, das leichte Gitarrenspiel, die präzise eingesetzten Synthies und den im Fokus stehenden Gesang vorangetrieben. Vielleicht ist diese Musik im Gegensatz zu ihrem Anspruch in der Ausführung etwas zu gewöhnlich und hat kaum Ecken und Kanten, dennoch versteht Petite Noir etwas davon, harmonische, nicht zu runde Songs zu produzieren.
Der erste Track „Come Inside“ präsentiert sich gitarrenlastig und sehr rhythmisch; ein einfaches, sich aufbauendes Call-and-Response-Prinzip strukturiert diesen ersten musikalischen Eindruck. „Chess“ ist mit einem schon veröffentlichten Video sehr farbenfroh und groovig, nimmt aber erstmal den Wind aus den Segeln, den der erste Track aufkommen ließ. Viel eher lässt das sehr an Breakbeat erinnernde und im Falsett gesungene „Shadow“ erneut den Groove durch Mark und Beine gehen, einnehmende Rhythmen sowie Ohrwurmcharakter zeichnen bis hierhin das Schaffen von Petite Noir und seiner EP aus. „Till We Ghosts“ besitzt eine stärkere Essenz von Indie-Pop, die aber durch den eher im Vordergrund stehenden, dramatischen Gesang in düsterer gestimmten Ebenen zu verorten ist. Der letzte Song „The Fall“ nimmt das Tempo aus den vorherigen Tracks und lässt die EP zu einem seichten Ende fließen, welches aber nochmal Petite Noirs soulige und wogende Elemente vereint.
Petite Noirs EP ist bereits ein gutes, wohldurchdachtes Debüt, dem im Laufe des Jahres auch ein Album folgen soll. Selbst wenn dieses genau wie die EP stark starten und zum Ende hin gegebenenfalls etwas ins Nirwana driften sollte, darf man sich davon jetzt schon eine angenehme und leichte Gefasstheit versprechen – genau diese beweist Petite Noir mit „The King Of Anxiety“.


