All We AreAll We Are

Filigraner Indie-Pop aus Liverpool: Das Trio All We Are veröffentlicht ein Debütalbum voller dezentem „Psychedelic Boogie“, wie es seine Musik recht adäquat selbst benannt hat. Verspielt, melodiesicher und unaufgeregt gestattet die Band ihren Songs vor allem eins: Zeit. Das sorgt für einen hohen Geschmeidigkeitsfaktor, fernab jeder Hast.

Die überschaubaren Soundkoordinaten des bereits 2014 erschienenen, vielversprechenden Vorboten „Feel Safe“ haben sich dabei nicht sonderlich verschoben: Zarte Perkussion, eine leicht neblige Soundkulisse, smarte Gitarrenhooks mit hohem Ohrwurmfaktor, die aber doch immer einen Hauch zu groovend geraten sind, um als reiner Dreampop durchgehen zu können. Dafür sorgt insbesondere der soulige Gestus von Gitarrist Luis Santos, dessen Intonation oftmals an Jungle denken lässt und bestens mit dem variationsreichen Gesang von Bassistin Guro Gikling harmoniert, der zwar flächendeckend weich klingt und sich zurückhaltend an die feingliedrigen Kompositionen anschmiegt, in dem rockigerem „Keep Alive“ jedoch recht kräftig wirkt und fast schon an Zola Jesus erinnert.

Der Reiz von „All We Are“ kommt von der durchgehenden Unaufdringlichkeit ihrer Songs: Der Großteil der Stücke lässt sich Zeit, bis die Instrumentierung dann doch mehr in die Breite geht. Das nebulöse „Go“ beginnt mit behutsamem Bedroompop und baut sich dann ganz gemächlich zu einem etwas prächtigeren Gerüst aus Psychedelic- und Shoegaze-Gitarren auf; das minimalistische „Something About You“ hingegen wirkt komatös und wiederholt im Grunde über fünfeinhalb Minuten in unterschiedlichen Betonungen dieselbe Zeile, ohne dabei jedoch repetitiv zu wirken. Nur in wenigen Momenten will der Funke nicht richtig überspringen, beziehungsweise glüht er sogar zu wenig, um überhaupt registriert werden zu können.

Gleichzeitig verspürt man phasenweise immer wieder untergründige Electropop-Konturen, auch wenn die vitalsten Momente von „All We Are“ noch nicht völlig discohaft sind. All We Are verhüllen ein sublimes Hitpotential, das etwa Bands wie Local Natives eigen ist. Schnell satthören wird man sich bei diesem Debüt nicht, das trotz des breiten Stilspektrums, an dem sich die Band abarbeitet, bereits eine ganz individuelle Signatur erkennen lässt und auch in den smoothesten Passagen nie einschläfernd wirkt.

Ein Kommentar zu “All We Are – All We Are”

  1. hansdampf sagt:

    schnarch.

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