Aldous HardingAldous Harding
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Label:
Woo Me
VÖ:
12.12.2014
Referenzen:
Angus & Julia Stone, Anna Ternheim, Feist, Tiny Ruins, Linda Perhacs, Marissa Nadler
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Autor: |
| Laura Schaefer |
Zart und verletzlich singt sich Aldous Harding aus dem kleinen Hafenstädtchen Lyttelton in Neuseeland auf ihrem selbstbetitelten Debüt in die Herzen der Zuhörer. Das soll nicht übertrieben sein, denn mit einer Stimmfarbe in reinster Form und nur einem Hauch von musikalischer Begleitung zu ihrem ansonsten sehr klaren Gitarrenspiel bringt sie ihr Publikum zu etwas Entscheidendem: zum Zuhören.
Aldous Harding macht Folk auf eine süße, wenn auch sehr bittere und melancholische Weise. Streicherarrangements akzentuieren gelegentlich die beschwingt eingesetzte Akustikgitarre und Hardings Gesang mit einem charmanten kleinen Akzent aus einem fernen, fernen Land. In ihrer Heimatstadt in der Nähe von Christchurch konnte sie durch ihre spärlich arrangierte Musik, ihre butterweiche Stimme und ihr Songwriting ein feines, kleines Publikum für sich gewinnen.
Harding vermag Gänsehaut zu bewirken, direkt im eröffnenden „Stop Your Tears“ muss man ein aufkommendes Schaudern überwinden. Nur mit Gitarre, vereinzelt gehauchtem Hintergrundgesang und einer wunderschönen musikalischen Handschrift zaubert sie ihr eigenes Universum, in dem alle willkommen sind. „Hunter“ verlässt die puristische Form seines Vorgängerstücks und bildet mit umfangreicherem Instrumentarium eine folkige, schnellere Nummer. Harding beschwört damit Bilder von freier Natur herauf, von viel Landschaft und Unbeschwertheit – ganz, als ob sie dich gleich in ihrer Heimatstadt in Neuseeland begrüßen werde.
Auch wenn dieses Album für stille oder ruhige Momente geschaffen ist: Wenn man einmal die Augen schließen und sich nur für einen Augenblick dem hektischen Alltag entziehen kann, macht es schon sprachlos. „Titus Groan“ passt perfekt in diese Harmonie, wunderbar vermischen sich Klavier, Gitarre, Streicher und eine Prise Akkordeon zum Klanggefüge. Nur der kleine melancholische Geist schwebt weiterhin über allem.
Aldous Hardings Debüt ist ein sehr intensives, anmutiges und kraftvolles, wenn auch etwas düster-melancholisches Werk, das mit bestechendem Charme überzeugt. Durchweg lässt sie Herzblut und pure Emotionen in ihren Gothic Folk hineinfließen, so dass man einfach innehalten muss – und zuhören.


