DadsI’ll Be The Tornado
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Label:
6131
VÖ:
17.10.2014
Referenzen:
The Hotelier, Japandroids, La Dispute, Mineral, Modest Mouse
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Autor: |
| Mark-Oliver Schröder |
Dads sind ein Phänomen, welches leider bisher bei uns gar nicht stattgefunden hat. Ich habe das Duo aus New Jersey über sein Debüt „American Radass (this is important)“ 2012 auf Bandcamp entdeckt. Das gab es dort für lau, aber inzwischen haben mehr als 1500 Leute (mich eingeschlossen) dafür gern Geld gezahlt und so ist es ist zumindest in meiner Bandcamp-Sammlung die Platte mit den meisten „Besitzern“ geworden.
Neugierig gemacht hatten damals sowohl das grenzdebile Cover, das erstmal nur eine launig-punkige Abfahrt versprach, und der erste Songtitel „If Your Song Title Has The Word „Beach“ In It, I’m Not Listening To It“ gemacht, den ich als Statement verstanden hatte – seinerzeit wimmelte es im US-Indierock nur so von Kalifornien-Lobhudeleien und Strandmetaphern. Schnell fiel allerdings auf, dass es John Bradley und Scott Scharinger mitnichten um reinen Spaß ging, denn die Texte der beiden waren oftmals geradezu entwaffnend emotional und intim, ohne jedoch einen gewissen selbstironischen Touch vermissen zu lassen. Dieser Touch war nie checkermäßig à la „Wir sind ja alle coole Säue und ihr wisst schon, zwinker, zwinker“ – nein, die Band wirkte … irgendwie … echt. Habe ich gerade wirklich dieses Wort im Zusammenhang mit (Rock-)Musik im Zeitalter der Postmoderne geschrieben?
Sei’s drum, von da an war „American Radass (this is important)“ fester Bestandteil meiner DJ-Sets und ich wurde nicht müde, diese Band zu preisen, die in meinen Augen keineswegs Schlechteres ablieferte als zum Beispiel Japandroids, aber völlig unter allen Radaren durchsegelte. Das soll ihnen mit „I’ll Be The Tornado“ hoffentlich nicht mehr passieren, das auch hierzulande eine physische Veröffentlichung abseits der gängigen Importkanäle bekommen hat. Allerdings scheinen Dads seit ihrem ersten Album einen langen Weg zurückgelegt zu haben, auch wenn dazwischen offiziell nur die „Pretty Good“-EP liegt, denn ihre Texte sind noch tiefer und persönlicher geworden. Trotzdem holen sie mich auch in meiner Gefühlswelt ab, lassen Sachen wiederentdecken, die ich so oder ähnlich auch schon durchlebt, durchschritten, durchlitten habe.
Dass das Ganze dabei niemals ins weinerliche, selbstverliebte Geleide kippt, ist ihnen nur noch höher anzurechnen – wobei ich von den musikalischen Fähigkeiten der beiden, die sie aus ihren eigentlich begrenzten Möglichkeiten als Duo aus Schlagzeug und Gitarre heraus entwickeln, noch gar nicht gesprochen habe: sie schlurfen, sie rocken, sie freaken, sie poppen. Mich erreichen sie, mich rocken sie, für mich bleiben Dads eine meiner derzeit liebsten Bands, der ich immer wieder gern mein Ohr schenke. Hoffentlich erreichen sie noch mehr Ohren, verdient haben sie es schon längst.


