Musik ins AugeDer Musikvideo-Roundup (Oktober IV)
Ein wahres Füllhorn aus ideenreichen Musikvideos hat sich in den vergangenen Tagen ergossen. Manche davon mit einem Konzept, das sich gut in Überschriften hermacht und zur viralen Verbreitung über die üblichen Klickhascher optimiert ist, wie Vania Heymanns bewegte Plattencover oder Madison Bullards Clip in Aufmachung einer gifgefüllten Buzzfeed-Liste.
Andere der zahlreichen Videohighlights muss man sich aber schon erst mal ansehen, um ihren Appeal auszumachen. Theo Anthonys zugleich machistisches und wehmütiges Porträt oder AB/CD/CDs Kamerafahrten beispielsweise lassen sich nur schwer so beschreiben, dass man sie sich vorstellen kann, ganz zu schweigen von den schnittigen Seltsamkeiten CANADAs und Helmis. DigiPedi dehnen ihr Bildformat mal in extreme Seitenverhältnisse, noch steiler wird die metallen lackierte Farbgebung bei Tragik und Johnny Chew und Alasdair Brotherston bringen punkige und schwarzhumorige Animation an den Start. Die beiden kurzfilmartigen Narrativen im Realfilm diese Woche könnten unterdes kaum unterschiedlicher sein: auf der einen Seite Elias Muns zarte Pastellpassion, auf der anderen Brandon Dermers blutiger Babysitter-Slasher.
Bei so einem satten Dutzend bleibt eigentlich kein Platz für Schleichwerbung, dennoch: Der Sonderpreis für das beste Product Placement geht diese Woche an die Suchmaschinenbrillen-Optimierung von FKA twigs.
Roy Kafri – Mayokero
Regie: Vania Heymann
Epik High – Born Hater
Regie: DigiPedi
Dope Body – Repo Man
Regie: Theo Anthony
Tiga – Bugatti
Regie: Helmi
FartBarf – Homeless In Heathrow
Regie: Brandon Dermer
Kadie Elder – First Time He Kissed A Boy
Regie: Elias Munk
BRAAINZZ – oops.
Regie: Johnny Chew
Maxine Ashley – Between You And I
Regie: Tragik
Panda Bear – Mr Noah
Regie: AB/CD/CD
Tom Fun Orchestra – Earthworm Heart
Regie: Alasdair Brotherston
Los Punsetes – Me Gusta Que Me Pegues
Regie: CANADA
The Bots – All I Really Want
Regie: Madison Bullard

