J MascisTied To A Star
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Label:
Sub Pop
VÖ:
29.08.2014
Referenzen:
Songs:Ohia, Elliott Smith, Thurston Moore, William Fitzsimmons, Iron & Wine, Ben Howard, Nick Drake, Van Morrison
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Autor: |
| Jennifer Depner |
Der Mann kann eigentlich nichts falsch machen – und falls doch, drückt man ihm zuliebe auch mal ein Auge zu. Seit J Mascis 2007 mit der Originalbesetzung von Dinosaur Jr. „Beyond“ herausbrachte, bewies der 48-jährige stets ein gutes Händchen für die richtigen Töne. Die trifft er selbstredend auch auf „Tied To A Star“, seinem zweiten Soloausflug.
Dass ausgerechnet Mascis – quasi einer der Grunge-Pioniere schlechthin, der mit seinem fuzzigen, alles durchdringenden Gitarrenspiel wohl mit den höchsten Wiedererkennungswert in der Szene haben dürfte – ein weiteres Akustikalbum aufnimmt, mag vielleicht überraschen. „Tied To A Star“ ist aber, wie sein fantastischer Vorgänger „Several Shades Of Why“, nicht irgendein x-beliebiges Singer-Songwriter-Werk, sondern öffnet Tür und Tor zu Mascis’ Seele.
Das herzzerreißend-fragile „Wide Awake“, das erste Highlight des Albums, ist eine kleine, sensible Anklage des Verlassenen und überzeugt nicht nur dank raffinierten Fingerpickings, sondern vor allem auch mit dem Gastbeitrag von Chan Marshall alias Cat Power. Zuckersüß und tränenreich klingt das Zusammenspiel dieser beiden markanten Stimmen, der kurze Schlagzeugeinsatz zum Ende erscheint dann wie das letzte Aufbäumen einer Liebe, die längst vergangen ist: „Come on over, baby/ time to figure out/ dreaming of the reason/ what will bring you around.“
Auch der zurückhaltende Eröffnungssong „Me Again“ stellt ein willkommenes Kontrastprogramm zur sonst stellenweise beinahe störrischen Musik von Dinosaur Jr. dar, und der glasklare Falsettgesang steht Pate dafür, dass Mascis auch nach über 30 Jahren nur noch besser wird in dem, was er macht. Der bluesige Singalong-Sound von „And Then“ wird mit Klampfe am Lagerfeuer genauso gut funktionieren wie mit den Kopfhörern vorm Heizkörper und die intensive Schwermütigkeit von „Heal The Star“ wirkt so aufwühlend-stürmisch, dass sie eine fast kathartische Wirkung offenbart.
Der Abschluss kommt dann schließlich zu früh, obwohl „Tied To A Star“ mit gut 40 Minuten eigentlich eine ordentliche Spielzeit aufweist. „Better Plane“ ist jedoch schlicht zu schön, um es jemals wirklich enden zu lassen und brennt sich mit einem letzten Gitarrensolo direkt ins Herz, um dort auch dann noch zu verweilen, wenn die letzten Noten längst verstummt sind. Er kann es eben immer noch, dieser Mascis.


