Death From Above 1979The Physical World
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Label:
Caroline
VÖ:
05.09.2014
Referenzen:
MSTRKRFT, Battles, Liars, Wavves, The Rapture, Boys Noize, Lightning Bolt
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Autor: |
| Felix Lammert-Siepmann |
Die Überraschung war groß, der Coup auf ganzer Linie gelungen: Vor einigen Monaten kündigten Death From Above 1979 neben einer Tour gleich mal ein komplettes neues Album an. Zehn Jahre waren inzwischen seit dem bis dahin ersten und einzigen – lässt man das Remixalbum „Romance Bloody Romance“ von 2005 außen vor – vergangen. Etliche Konzerte waren blitzschnell ausverkauft und auch das neue Werk wurde mit einer gewissen Vorfreude erwartet. Schließlich hatte die Band mit „You’re A Woman, I’m A Machine“ eine kleine Blaupause des wüsten Disco-Punk geschaffen, alle Nischen bedient, die damals als cool galten und genial den Zeitgeist eingefangen.
So gesehen hat sich auf „The Physical World“ auf Anhieb erst einmal wenig geändert. Den gleichzeitig explodierenden und melodischen Stil findet man auch zehn Jahre nach dem Debüt so bei fast keiner anderen Band. Die Songs sind mit heißer Nadel gestrickt, der Eröffnungssong „Cheap Talk“ vermittelt auf Anhieb wieder den Charme des leicht Improvisierten. Intensiv, fast übersteuert, mit einer gehörigen Portion Schweiß – dafür wird die Band geliebt. Beim zweiten Song das gleiche Spiel und beim dritten und beim vierten: Schnell stellt sich seine Schablonenhaftigkeit als ernstzunehmendes Problem des Albums heraus. Sicher, auch der Vorgänger zeichnete sich durch Homogenität aus, jedoch ist auf „The Physical World“ aus diesem ehemaligen Alleinstellungsmerkmal spürbar Einfältigkeit geworden.
Eine Gratwanderung, wie sie das kanadische Duo früher erfolgreich vollzog, gelingt nun nicht mehr. Das ist nicht wirklich tragisch und kann verschiedene Ursachen haben – vielleicht ist es nur die inzwischen vergangene Zeit, vielleicht nur eine kleine, übertriebene Nuance, die hier eher für Mittelmäßigkeit sorgt. Was hier und da tatsächlich noch funktioniert, besonders im ersten Stück, wird diesmal auf Dauer zäh. Konkret bedeutet das: Im Jahr 2014 klingen Death From Above 1979 am besten, wenn eben nicht alles bis zum Anschlag getrieben wird und die geschlagenen Funken nicht durch die Boxen glühen, sondern im Gegenzug etwas Luft herausgelassen wird. „Trainwreck 1979“, das als Vorabsingle glänzte, und das aufgeräumte „White Is Red“ zeigen einen möglichen Weg aus der Sackgasse, in die „The Physical World“ bisweilen gerät.


