The RosebudsSand + Silence
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Label:
Western Vinyl
VÖ:
08.08.2014
Referenzen:
Mount Moriah, Destroyer, The Beach Boys, Gayngs, Mates Of State, Saturday Looks Good To Me
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Autor: |
| Carl Ackfeld |
Man ist ja inzwischen ein wenig auf der Hut, wenn Justin Vernon bei einer aktuellen Veröffentlichung die Hände mit im Spiel hat. Aktuell darf man ihn bei seiner eher experimentell anmutenden Kollaboration Jason Feathers mit dem Rapper Astronautalis bewundern, auf dem neuen Album von The Rosebuds ist er als Produzent und Musikant tätig, dies aber auf erfrischend konventionelle Art und Weise. „Sand + Silence“ ist ein Album geworden, das wie eine sanfte Melange aus 60er-Pop und Folk daherkommt, jedoch auch eine ganze Menge Tanzbarkeit mitbringt.
Es ist das Streben nach absoluter Melodieverliebtheit, das auf „Sand + Silence“ eindeutig im Vordergrund steht. Kelly Crisp und Ian Howard zelebrieren auf ihrem nunmehr sechsten Studioalbum einen leichten, dennoch unglaublich eleganten Pop. „Give Me A Reason“ erinnert dabei an sommerliche Cocktailabende auf den Dachterrassen dieser Welt, „Blue Eyes“ durchzieht ein feines Band watteweichen Countytwangs, der aber immer wieder von diesen unwiderstehlichen Melodien umgarnt wird.
Da „Sand + Silence“ kaum Ecken und nur wenige echte Kanten hat, passiert es allerdings schon mal, dass man zwischen den Songs ein wenig die Geduld verliert vor lauter Lieblichkeit. Doch immer wieder schaffen es die Amerikaner, kurze Kinkerlitzchen aufflackern zu lassen wie den auffrischenden Spritzer Zitronensaft in einer Pina Colada. Das kann ein unterschwelliges Glockenspiel sein, die kurzen Mundharmonikamomente im Countryschlager „Wait A Minute“ oder auch der berauschende Refrain des Eröffnungssongs „In My Teeth“.
The Rosebuds spielen sich auf „Sand + Silence“ zuweilen gefährlich nahe an die kitschumwogenden Klippen, die in der Vergangenheit auch Musikern wie Blood Orange, Matthew E. White und Destroyer ausgesetzt waren. Da sie das ganze aber ähnlich souverän mit einem Schuss Spielfreude wettmachen, darf eben auch bei einigen Stücken in ausreichender Manier geschwoft statt geschwelgt werden. Ein wenig zu niedlich ist das Album schon, denn den deutlich übersüßten Abschlussball-Schunkler „Looking For“ rettet selbst die hübsch reduzierte Bridge nicht vor dem Zuckerschock. So bleibt „Sand + Silence“ ein adrettes Werk, das wie aktuell durchaus häufiger tief in der Popschublade der 60er-Jahre wühlt und sich ein wenig zu wahllos bedient.


