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The Raveonettes – Pe’ahi

„Observator“ war mit seinen sauberen Gitarrenpassagen insgesamt die romantisch behagliche Platte der Raveonettes. Das dänische Duo hat nun auf dem neuen Album „Pe’ahi“ eine kleine Kehrtwende (zurück) in Sachen Rave vollzogen. Obwohl auch hier viel in melodischem Midtempo läuft, knistert, poltert und rauscht es unentwegt. In bester Wave- und Garage-Manier.

„Sisters“ mit seinem choralen Gesang klingt nach aktivierter Nebelmaschine, zu satten Gitarren, die aber von träumerischen Harfeneinsätzen abrupt unterbrochen werden. Dennoch wird der permanente Nebelsound dadurch nicht getilgt, für Radioeinsätze ist die Klangqualität fast einen Hauch zu unsauber. „A Hell Below“ folgt der selben Logik: surrend rauschhafte Riffs und tiefer Bass. Der Gesang von Sharin Foo macht hier ebenfalls die Räumlichkeit hörbar. In die Reverb-onettes müssen sie sich aber nicht umtaufen, genug Zeit für ruhigere Momente nimmt sich das nach dem Surfparadies der Insel Maui benannte „Pe’ahi“ nämlich ebenfalls.

„The Rains Of May“ beispielsweise, das zu Beginn nach einer nostalgischen Nummer von The Coral klingt, ist behutsam, enorm melodisch und offenbart sich nach mehrmaligem Hören als die am meisten ausdifferenzierte Komposition des Albums: im Hintergrund dezent gehaltene surrende Gitarren, daneben Perkussion, xylophonartige Einschübe und vor allem Meeresbrausen. Diese leise entrückten Intimitätsmarker haben the Raveonettes clever in das generelle Grundrauschen eingebaut, das auch im weiteren Verlauf modifikations- und abwechslungsreich dekliniert wird, mit beatboxartigen Drums auf dem Noiserock von „Kill!“ oder kratzig-melancholischem Indierock beim Schlusslicht „Summer Ends“.

Hypnotisch verschwommene Passagen („Killer In The Streets“) erinnern an Warpaint, die poppigeren Nummern an Big Deal. Für die letztere Art haben the Raveonettes weiterhin ein gutes Gespür, auch wenn sie hier ordentlich Lo-Fi-Verdeckungsarbeit geleistet haben. Man wünscht sich, dass ihre Nummern auch mal diejenigen erreichen werden, die an glatt gebürstete Produktionen gewohnt sind, Klangqualität ist nämlich kein Gütekriterium. Ob das geschehen wird, ist den Raveonettes anscheinend aber relativ egal. Nicht nur, weil – zum Glück! – der demo-eske Grundtenor nicht wegrationalisiert wurde, sondern weil ohnehin keine (Vorab-)Promotionsarbeit für „Pe’ahi“ getätigt wurde, das sich als das bisher abwechslungsreichste Werk in den Bandkatalog einfügen wird.

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