Entwicklung vom wuschelhaarigen Mops zum straighten, etwas unterernährten Business-Hipster: check! Eugene McGuinness präsentiert sich auf dem Cover seiner aktuellen Scheibe adrett, geschniegelt und mit betont bierernstem Blick nach links aussen.

So ernsthaft geht es auf „Chroma“ jedoch gar nicht zu: McGuinness singt beherzt über Milkshakes, häuserstreichende Frauen und Chromherzen. Womit er es jedoch weitaus seriöser als mit seiner Tracklist zu meinen scheint, ist sein Albumtitel. Das Versprechen, das mit einem Titel wie „Sättigung“ zu erwarten wäre, wird fraglos erfüllt. McGuinness mixt Stile, Instrumente und Harmonien, kommt modern und gleichzeitig mit Blick in die Vergangenheit daher, setzt Streicher, Tasten, Stimmen und Saiten ein und erreicht vor allem eins: Fülle – nicht Völlerei! Diese droht bei McGuinness aber nicht zum Problem zu werden, zwar kreiert er eine wuchtige Soundinstanz, jedoch keinen überfrachteten Bombast. Ein Grund dafür, warum die Stücke des Briten stets sympathisch und unkompliziert wirken.

Ein weiterer Grund hierfür mag jedoch auch die Anlehnung, oder sogar das Abstützen auf Gutes und Altbekanntes zu sein. McGuinness zeigt uns, wie es sich anhören würde, wenn man Oasis und die Beatles mit sämtlichen „The“-Bands der letzten 10 Jahre in einen Mixer werfen und mal ordentlich aufdrehen würde: rotzig-rockige Strophen mit staksigem, treibendem Rhythmus, dessen Knoten sich jedoch in eingängig-sonnige Refrains auflösen. Mehrdimensionalität durch massig Begleitgesang, Plastizität durch Vielfachinstrumentierung und Einfachheit durch Melodien, die nicht länger als einen Hördurchgang brauchen, um einem im Kopf zu stecken.

Mit all dem jedoch schleicht sich auch die Vorhersehbarkeit heran und lässt die beschriebene Eingängigkeit ins Negative kippen. Die Songs wippen so einfach in einen hinein und genauso einfach auch wieder heraus und hinterlassen wenige Spuren. So passiert es beim Hören von „Chroma“ hin und wieder, dass die Musik streckenweise so stark verblasst, dass sie kommentarlos hinabrutscht. Hinab in den Sumpf der Belanglosigkeit – und da gehört er eigentlich nicht hinein, der Eugene McGuinness.

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