Musik ins AugeDer Musikvideo-Roundup (Juni IV)
Von der Nahaufnahme zum Weitblick: Sowohl Nelson del Castro wie auch Nabil Elderkin bedienen sich in ihren dieswöchigen Musikvideos des Rückwärtszooms zu ähnlichem Effekt, allerdings in extrem unterschiedlichem Tempo: Während sich in einer einzigen langen Einstellung bei „Two Weeks“ eine antik (und wie Aaliyah in „Queen Of The Damned„) anmutende Szene enthüllt, ist „Wolves“ ein einziges Hin- und Herrasen der Kameralinse auf Augen zu und wieder hinaus, jedes Mal in eine neue Szenerie.
Genüsslich langsamer fahren da Jo Yeo und Jamie-James Medina durch ihre CGI-augmentierten Wald- und Metropolwelten, bei Yoonha Park wird sogar das bloße Handwerken zur Haupthandlung, das den finalen Schmelzeffekt ermöglicht. Christine Yuans Nekro-Romanze besticht durch verstörend lebendige Aufnahmen, Brook Linder mit angesengten Skatern und Jiwee & Orelsan mit messerscharfer Synchronisation und Schnitt.
Der Sonderpreis für das schlechteste Timing geht dabei an das Team von THUNDERLIPS, das ausgerechnet in der gleichen Woche seinen auf Kyary Pamyu Pamyu gestylten Clip rausbrachte, in der selbige mit Jun Tamukai ihre zehnte Bilderorgie ins Netz setzte. Pech.
Digitalism – Wolves
Regie: Nelson de Castro
FKA twigs – Two Weeks
Regie: Nabil Elderkin
Liars – Pro Anti Anti
Regie: Yoonha Park
Kyary Pamyu Pamyu – Kira Kira Killer
Regie: Jun Tamukai
The Child Of Lov ft. Damon Albarn – One Day
Regie: Christine Yuan
Casseurs Flowters – 01h47 – Change De Pote
Regie: Jiwee & Orelsan
YOU – In Halves
Regie: Jo Yeo
Pink Mountaintops – The Second Summer Of Love
Regie: Brook Linder
Ibeyi – Oya
Regie: Jamie-James Medina

