The Pains Of Being Pure At HeartDays Of Abandon
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Label:
Fierce Panda
VÖ:
06.06.2014
Referenzen:
The Depreciation Guild, Galaxie 500, The Field Mice, The Smiths, A Sunny Day In Glasgow
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Autor: |
| Kevin Holtmann |
Es kommt immer auf den Standpunkt an und den Weg, den man bis dorthin zurückgelegt hat. Niemand ist in seiner Willensbildung frei von den Entscheidungen und Idealen, die bis zum Zeitpunkt des Urteils prägend waren. Und ja: Das ist vielleicht ein etwas verkopfter Einstieg in eine Besprechung zum recht leichtfüßigen Album von The Pains Of Being Pure At Heart, und doch erscheint es sinnvoll, sich mal einen Kopf darüber zu machen, wieso diese Band aktuell dermaßen spaltet.
2009 startete das Quartett um Gitarrist, Songwriter und Sänger Kip Berman mit einem sensationellen Debüt, das sich vor den bekannten Shoegaze-Größen verneigte, ohne jedoch zu ehrfurchtsvoll zu wirken. Sie kreierten etwas Eigenständiges, das sich im weiten Spannungsfeld aus Dreampop, College-Rock und Kirschblütenduft verorten ließ und ernteten dafür ein einheitlich positives Echo. „Belong“, die zweite Platte, rückte 90er-Alternative in den Fokus, was manchem schon sauer aufstieß, vor allem auch weil der zarte Noiseanteil reduziert wurde. In der Zwischenzeit änderte sich die Besetzung, Berman und Schlagzeuger Kurt Feldman nahmen eine zentralere Rolle ein und Co-Vokalistin Peggy Wang verließ die Gruppe, während andere Bandmitglieder nur noch an der Liveumsetzung der Songs mitwirken. Mit „Days Of Abandon“ entwickeln sich The Pains Of Being Pure At Heart weiter in eine poppig-softe Richtung, Hall und Rausch werden nur noch selten als zentrales Stilmittel genutzt, im Zentrum steht der polierte Schönklang. Diesen Weg wollen viele Verehrer des Debüts nicht mitgehen und beklagen diese Progression nun mit Nachdruck. Wer will es ihnen verübeln?
Auf der anderen Seite sollte man „Days Of Abandon“ aber mal als isoliertes Album betrachten, ohne die Erwartungshaltung im Hinterkopf. The Pains Of Being Pure At Heart offenbaren eine Liebe für frühlingshaften Jangle-Pop schottischer Provenienz, blütenrein und vielleicht auch etwas harmlos, doch daran sollte man sich nicht wirklich stören. In den stärksten Momenten, zu denen bezeichnenderweise die Single „Simple And Sure“ und das etwas handfestere „Until The Sun Explodes“ zählen, drehen Berman & Co. den Verstärker sogar etwas auf und brillieren mit kurzweiligen, auf den Punkt getimten Songs, die von jeglichem Ballast befreit sind und in beschwingtem Gestus leichte Melancholie zelebrieren. Wer diese noisigen Momente nicht vermisst, sollte also in jedem Falle mal einen Platz auf den Tapes für diesen Sommer freiräumen.


