Sweet AppleThe Golden Age Of Glitter
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Label:
Plastic Head
VÖ:
18.04.2014
Referenzen:
J Mascis, Dinosaur Jr., Witch, Cobra Verde, Dirty Sweet
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Autor: |
| Jennifer Depner |
Wirklich etwas falsch machen kann J Mascis ja eigentlich gar nicht. Dem 48-jährigen Chef von Dinosaur Jr. verzeiht man so einiges – etwa auch, dass das zweite Album mit seinem Nebenprojekt Sweet Apple nicht richtig zünden mag.
Woran das liegt, lässt sich gar nicht so einfach erklären. Die Supergroup, zu der neben Mascis auch John Petkovic, Tim Parnin und Dave Sweetapple von Cobra Verde und Witch gehören und die auf „The Golden Age Of Glitter“ Unterstützung von Mark Lanegan und Robert Pollard bekommen, ist eigentlich Balsam für das geschundene Rock’n’Roll-Herz. Klar haben sich die Männer hier fest vorgenommen, den jungen Hüpfern von heute die Musik von damals zu erklären. Und womöglich fängt genau damit das Problem an.
Zwar gibt es auf „The Golden Age Of Glitter“ wunderbare Kracher, wie etwa „I Surrender“ mit seiner entspannten Power-Pop-Atmosphäre, oder auch das von Pollard assistierte „Reunion“, in welchem Sweet Apple weitaus weniger wie die altklugen Oberstufenschüler daherkommen, als der Titel zu suggerieren scheint. Auch das experimentellere „We Are Ruins“ weiß trotz offensichtlicher Überlänge zu gefallen, wenn Mascis und Co. sich an allen im Studio befindlichen Instrumenten austoben.
Zu oft aber lässt sich der erhobene Zeigefinger nur schwer wegdenken, zu häufig ist der anvisierte Unterricht in Alternative Rock eine staubtrockene Angelegenheit, zu bekannt klingen ein paar der Songs. Den Eröffnungssong „Wish You Could Stay (A Little Longer)“ findet man so gefühlt dreimal auf jeder Big-Star-Compilation – daran ändern auch das wirklich gelungene Lanegan-Feature nichts. Die Bierseligkeit von „Under The Liquor Sign“ würde vielleicht funktionieren, wenn das Stück nicht hart an der Fünf-Minuten-Marke kratzen würde und gegen Ende nur noch unangenehm aufzustoßen vermag.
Aber es ist nicht alles schlecht, was Sweet Apple hier veranstalten. Die bluesige Akustiknummer „You Made A Fool Out Of Me“ eignet sich nicht nur für laue Sommerabende am Lagerfeuer, an denen man über den betrügerischen Ex-Partner sinniert, während „Another Desert Skyline“ ohne Probleme auch von Queens Of The Stone Age sein könnte. Und überhaupt: J Mascis verzeiht man ja eh so einiges.


