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Phantogram – Voices

Mit seinem zweiten Werk ist dem Duo mindestens ein halbes erstklassiges Electropop-Album gelungen. Der Rest ist kein Reinfall, aber „I Don’t Blame You“ oder „Never Going Home“ sind mit ihrem Großhallenrefrain etwas überfrachtet, auch wird das Gitarrensolo im Eröffnungssong ein Element zuviel. Dabei besticht „Voices“ eigentlich durch unscheinbare Komplexitäten im Rhythmischen und Melodiösen inmitten eines bassigen Panoramaklangs, der zwischen hellen Vocals und physisch voluminösen Synthstrichen unverkennbar die Nachtluft New Yorks heraufbeschwört. Stechen gerade in der Albummitte Phantograms clever und fein gestrickte Beatdynamiken mit klassischer HipHop-Anlehnung heraus, oszilliert Sarah Barthel anderswo auf Vokaldehnungen oder verleiht ihnen, wie auch den Samples von Barbara Masons „Yes, I’m Ready“ in „Black Out Days“, über separierende Zerhackung und ineinanderquetschende Sequenzierung lebhaften Effet. Abrupte Brüche heben Songs wie „Fall In Love“ deutlich von Synthpop-Einerlei ab, doch Phantogram zeigen auch Gespür für konventionellere Vocal-Hooks, die sich wie das „How many times …“-Motiv in „Celebrating Nothing“ oder „I came to say goodbye/ ‚cause you’re feeling nothing“ in „The Day You Died“ langfristig immer denkwürdiger festsetzen.

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