Musik ins AugeDer Musikvideo-Roundup (Mai I)
Ob Rap, Rock oder Pop, eines der meistverwendeten Konzepte für Musikvideos bleibt das Einfangen einer Performance. So naheliegend dieses bewegte Porträt auch erscheint, zusammengenommen wird die Masse an Clips, die Bands oder EinzelkünstlerInnen beim Singen und/oder Spielen zeigen, schnell zu einem monochromen Einerlei aus Kamerafahrten und Post-Production-Effekten, aus dem nur selten ein Werk merklich hervorzustechen vermag.
Dabei zeigt diese Woche der Mastodon-Anhänger Thomas J Yagodinski, dass man dazu nicht einmal ein großkommerzielles Budget oder Team braucht – in diesem Fall jedoch eine ganze Menge Zeit und Passion für aufwendige, detailreiche Stop-Motion-Animation, die sein großartiges Fanvideo sehenswerter macht als die meisten offiziellen. Auch das Team AB/CD/CD gibt dem Bild der abrockenden Kerle eine gelungene Eigenheit, indem es die auch nicht selten verwendeten Konzepte der Silhouette und der filmischen Nebenhandlung in kunstvollen Überblenden und Schnitten kombiniert.
Steve Klein und Brooke Candy kommen da lieber mit dem visuellem Dampfhammer aus einem guten Dutzend dunkelglammiger Maskeraden, während Tim Mattia dem 1975-Sänger Matt Healy eine kleine Gangstergeschichte andichtet und Lamar & Nik munter um MNEK rotieren. Etwas simpler, aber mit Fernrohrblick trickreich-effektiv dreht auch Jason Rodi seine Videowelt, Dr. Sepian bringt Mystik in den argentinischen Wald und Mirai Mizue & Yukie Nakauchi zaubern eine anfangs noch unscheinbare Cartoonwelt herbei, die gegen Ende dann aber umso fülliger aus allen Bildschirmen überquillt.
Royal Blood – Come On Over
Regie: AB/CD/CD
Shugo Tokumaru – Poker
Regie: Mirai Mizue & Yukie Nakauchi
Mastodon – Bedazzled Fingernails
Regie: Thomas J Yagodinski
The 1975 – Robbers
Regie: Tim Mattia
Brooke Candy – Opulence
Regie: Steve Klein
Kim Churchill – Window To The Sky
Regie: Jason Rodi
MNEK – Every Little Word
Regie: Lamar & Nik
Juana Molina – Sin Guia No
Regie: Dr. Sepian

