Ihre Wurzeln zum Lo-Fi haben Woods schon länger gekappt. Spätestens seit „At Echo Lake“ war der Punkt erreicht, an dem sich die Band aus Brooklyn darauf konzentrieren konnte, nur noch Nuancen zu verändern – der eigene Stil rund um farbenprächtigen Folk- und Psychedelic-Rock traditionsreichster Prägung war gefunden. „With Light And With Love“, das immerhin vierte Album alleine in diesem Jahrzehnt, hat sich mit Haut und Haar dieser Ära und ihren Protagonisten verschrieben und muss aufpassen, dass eigene Ideen zwischen all den großen Namen nicht in den Hintergrund gedrängt werden.

„Shepherd“ eröffnet diesen Reigen, näher an Graham Nashs größten Taten von vor 45 Jahren kann man vermutlich nicht dran sein und eindeutiger kann man die Richtung für den Rest des Albums auch nicht vorgeben. Zwar wird es im Folgenden hier und da etwas krachender und aufbrausender, aber der sonnige, verklärte Blick zurück bildet klar das Grundgerüst. Dylan, Young, Love – sie alle sind mittendrin, gesäumt von Jeremy Earls raumgreifendem Gesang, der besonders wirkungsvoll ist, wenn er ihn dosiert einsetzt. Im neunminütigen Titeltrack, dem frühen Höhepunkt des Albums, bereitet Earl gleichsam als Vorsänger den Boden für die folgende Jam-Session, die sich scheinbar unendlich hinzieht und dabei viele zahmeren Songs überstrahlt. Hier explodieren Woods zum ersten und einzigen Mal. Die danach einsetzende Bedächtigkeit schadet „With Light And With Love“ allerdings in keinster Weise, zu einnehmend sind die kleinen unerwarteten Ausflüge (Orgeln, Piano) und die großen, vertrauten Melodien, die immer wieder eingebaut werden.

Woods fühlen sich bei all dem pudelwohl, dass immer mal wieder überdeutlich die Geister der übergroßen Vorbilder beschwört werden, ist aber vielleicht ein größeres Hindernis, als es im ersten Moment scheint. Das stringente Songwriting lässt keine Wünsche offen und produziert vortreffliche Einzelsongs und auch auf Albumlänge ist die Stimmung schlüssig. Doch verfangen in dieser Situation, immer wieder einen weiteren Blick zurückwerfend, tut sich die Band erstmals schwer damit, die eigenen Ideen etwas exponierter darzustellen.

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