Musik ins AugeDer Musikvideo-Roundup (März I)
Die Zukunft wird irgendwann Gegenwart sein, keine Frage – doch wie wird sie aussehen? Zahllose Spekulationen darüber gab es und wird es immer geben, eine ganze Menge Sci-Fi findet sich auch in den Videohighlights dieser Woche.
Da sind Genreklassiker wie die in „Come Back Home“ inszenierte Dystopie einer virtuell der Realität entflohenen Gesellschaft oder die Videokommunikation in „Melba’s Call“, die heute fast nur noch in ihrem Setdesign vom Alltag entfernt scheinen. Abwegiger ist da Tyler T. Williams‘ Geschichte einer Entführung durch Außerirdische, großartig überdreht wird schließlich Golden Wolfs wilder Animationsclip über Huuuuundeeee! Iiiim! Weltallllll!
Letzteres ist darunter das einzige Video, das – auch aufgrund akuten Menschenmangels – sein futuristisches Szenario nicht um Zwischenmenschliches webt. Schließlich lässt sich einem Musikvideo so leichter ein narrativer Antrieb verliehen, wie auch in den zunehmend fantastierenden Clips von Eva Michon, Stéphane Sednaoui und Remi über verletzten Stolz, Lust und nimmer endende Feuchtigkeit. Auf Erzählung pfeifen können Jake Nava und Julien Christian Lutz mit knackig geschnittenen Bildern in prägnantem Grauton beziehungsweise „Clueless“-Buntheit, bei der rasanten Anime-Rotoskopie von Handsome Kenya schließlich ist fast schon egal, ob die berauschend mustergefüllten Bilder keinerlei Sinn ergeben oder die Band in einen Kampf mit einem gigantischen Totenkopfdämon schicken.
2NE1 – Come Back Home
Arctic Monkeys – Arabella
Regie: Jake Nava
Bok Bok featuring Kelela – Melba’s Call
Regie: Sushon.org
Dog Blood – Chella Ride
Regie: Golden Wolf
Broods – Never Gonna Change
Regie: Remi
Dawn Golden – All I Want
Regie: Tyler T. Williams
Handsome Kenya – Tooryanse
Emmanuelle Seigner – Distant Lover
Regie: Stéphane Sednaoui
Iggy Azalea ft. Charli XCX – Fancy
Regie: Julien Christian Lutz
Owen Pallett – The Riverbed
Regie: Eva Michon

