SubRosaMore Constant Than The Gods
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Label:
Profound Lore
VÖ:
11.10.2013
Referenzen:
Windhand, My Dying Bride, Nick Cave & The Bad Seeds, Electric Wizard
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Autor: |
| Mark-Oliver Schröder |
SubRosa aus der Mormonenkapitale Salt Lake City haben seit ihrer Gründung 2007 diverse Inkarnationen durchgemacht und auch am Stil beharrlich gefeilt. „More Constant Than The Gods“ ist ihre zweite Veröffentlichung für die Metal-Institution Profound Lore. Vordergründig spielt das Quintett darauf eine nahezu metaphysische Form von Doom, wie man ihn vielleicht nur glaubwürdig spielen kann, wenn man/frau eben aus den bibelverliebten USA kommt.
„More Constant Than The Gods“ versammelt sechs Songs, von denen man „Cosey Mo“ wohl am ehesten als klassisch bezeichnen kann und der sich mit gut siebenminütiger Spielzeit zudem als der kürzeste erweist. Er ist mit Sicherheit auch der (un)heimliche Hit des Albums und sei als Einstieg wärmstens empfohlen, im Allgemeinen muss jedoch eher von „Epen“ denn von Songs gesprochen werden, denn nur ein zweiter bleibt unter der Zehn-Minuten-Marke. Im Verlauf von Stücken dieser Länge, die nicht auf Repetition oder minimale Aufmerksamkeitsverschiebung setzen, vollziehen SubRosa zahlreiche Brüche und Richtungswechsel. Dass die Band dabei nie den roten Faden verliert, spricht für die Nuancierung ihres Songwriting.
Dabei ziehen SubRosa einen Teil ihrer Überwältigungsstrategie ebenso aus wohletablierten Laut-Leise-Effekten wie aus dichten, tonnenschweren Gitarrenriffs, dem effizienten Einsatz von Christian Creeks Bass, Andy Pattersons Schlagzeug und der E-Violinen Sarah Pendletons und Kim Packs. Dass die Instrumente der Letzteren neben eitel Wohlklang auch ein Inferno aus Dissonanz erzeugen können, ist zwar spätestens seit John Cale bekannt, doch tragen sie meistens eher zur Verkitschung oder vermeintlichen Erhöhung – in Anspielung auf die Klassik – der dargebotenen Musik bei. SubRosa vermeiden diese Falle nahezu perfekt. Dazu braucht man sich nur „Ghosts Of A Dead Empire“ anzuhören, das in seinen elf Minuten eine musikalische und emotionale Tour de Force ausbreitet, die schlicht atemberaubend ist.
Der Gesang von Gitarristin und Songwriterin Rebecca Vernon, Pendleton und Pack ist metal-untypisch meist sehr klar gehalten und trägt nicht unwesentlich zum überzeugenden Gesamteindruck bei. Wenn sie dennoch manchmal gefährlich Richtung Eso-Kitsch driften, so zum Beispiel im letzten Drittel von „Fat Of The Ram“ oder beim Schlusssong „No Safe Harbor“, einer Beinahe-Pianoballade, ist das in Anbetracht des Doom-Genres, das SubRosa zudem tief im Folk verwurzeln, und des Themenkreises aus Schuld, Reue, Sühne, Glauben und Tod mehr als zu verschmerzen. Vielmehr entwickelt dieses Spiel mit Kitsch ein Gefühl von Ambivalenz und Brüchigkeit, welches seinen eigenen Reiz entfaltet und meilenweit von gängigem Elfengeträller entfernt bleibt. Außerdem bekommen SubRosa immer, kurz bevor es zuviel des Guten wird, die Kurve oder wissen geschickt einen Kontrapunkt zu setzen.
„More Constant Than The Gods“ kann man auch wegen all dieser Eigenschaften vor allem Nicht-Metalheads ans Herz legen. Vielleicht fungiert es obendrein als Einstieg in ein Genre, das sich in den letzten Jahren vom eisernen Hort des Konservatismus zu einem der spannendsten im Gitarrenkosmos gemausert hat.


