Musik ins Auge - Der Musikvideo-Roundup (November II)

Es mangelt nicht an Alternativen zum klassisch filmisch inszenierten Musikvideo. Interaktivität, die wie beim dieser Tage online gegangenen Tanz- und Trommel-Clip von Bombay Bicycle Club zum spielähnlichen Manipulieren der Bildabfolge einlädt, ist eine eher aufwendige aber durchaus gern gewählte Möglichkeit, Musik visuell zu (re)präsentieren. Längst zu einer der populärsten Videoformen von Musik ist die Liveaufnahme geworden – ob aus der hintersten Reihe mit Billigkamera aus dem Publikum oder professionell aus tausend Blickwinkeln gestochen scharf eingefangen, ob auf Großkonzerten, im intimen Kreis einer Blogotheque-Session oder im Rahmenprogramm einer Preisverleihung.

Lange Zeit schafft Spike Jonze es, seine Karten bedeckt zu halten, ob die von ihm gefilmte Darbietung Greta Gerwigs im Voraus gefilmt wurde, als sie bei den Youtube Awards am vergangenen Sonntag gezeigt wurde. Viele der Videos an jenem Abend wurden live übertragen, während sie aufgeführt wurden, waren so zugleich abgefilmte Performance und fortan auch als etwas untypische Musikvideos im Nachhinein ansehbar. Doch besonders dieser Clip schafft den Spagat mit beeindruckendem Effekt – bizarrerweise ist das von Deutschland aus nur eben nicht auf Youtube freigegeben. Alternative Videoplattformen gibt es aber genug, rein zufällig (und nicht etwa aus Boykott) spielen sich gerade außerhalb von Youtube die Videohighlights dieser Woche ab – mit tollkühnen Flugmaschinen, Muskelpaketen, Chaos am Bahnsteig und mehr. Typische Musikvideos eben.

Arcade Fire – Afterlife (Live at the YouTube Music Awards)

Regie: Spike Jonze

 

Networks – Ake-Vono

Regie: Kohei Yoshino

 

Territoire — Blanc

Regie: Pedro Martín-Calero Medrano

 

SixToes – Low Guns

Regie: Henry Cowling

 

The Lanskies – 48 Hours

Regie: Thomas Pons

 

Perera Elsewhere – Giddy

Regie: Pussykrew

 

EXOTICA – Control Freak

Regie: Barrere & Simon

 

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