
Rockband und Dancepop, Songs und Tracks, laffe Vocals und farbenfrohe Produktion – das Markenzeichen von, aber auch der Reiz an Cut Copy ist, dass die Musik der Australier nichts Halbes und nichts Ganzes sein mag. Was in „Zonoscope“ etwas ungelenk ausfiel, läuft wieder zu Hochform auf, wenn Dan Whitford Hippiegrütze wie „I wanna dream up a new age/ if the planets align“ in ravige Madchester-Vibes kleidet. Der Sänger und Kreativkopf der Gruppe kennt seine eigenen Grenzen, ließ Dave Fridmann die heftigsten 808-State-Stimmausbrüche in den Hintergrund abmischen, wo sie ihn nicht überschatten und öffnet Songstrukturen für Dance-Eruptionen, ohne verkrampft den großen Breakdown oder Energieaufbau erzwingen zu müssen. Lieber fließen die erhabenen Leerläufe in „Meet Me In The House of Love“ oder „Take Me Higher“ graduell aus der schimmernden Politur des euphorischen Piano-Beat-Antriebs heraus.