
Mit Hilfe eines ausgefallenen Tanzstils und imponierender Show-Einlagen verkörperte er die pure Lebensfreude und sorgte er für einen interessanten Gegenpol zum jetzt eher Angst einflößenden Jonny. Dieser hat sich nämlich längst in einen Rausch gespielt, der es ihm unmöglich machen sollte, auch nur Grundrisse der Außenwelt wahrzunehmen. So ist es allein dem aufmerksamen und gedankenschnellen Tourmanager Phil zu verdanken, dass der Mikrofonständer sich nicht längst von der Bühne verabschiedete. Antrittsschnell hechtete er nach vorn, um den Aufprall erfolgreich zu verhindern. Jonny indes schien dies nicht mal aus den Augenwinkeln wahrzunehmen…
Die gesamte Band präsentierte sich durchgehend in sehr guter Verfassung und fand sehr zielsicher den Mittelweg zwischen souveränem Auftritt und jugendlichem Spielwitz. Sicherlich nicht immer einfach, da sie in Europa noch nicht über den Bekanntheitsgrad verfügen wie sie es daheim in Kalifornien gewohnt sind und sich somit nur ca. 40 Besuchern gegenübersahen. Dabei kamen die „Klassiker“ ihrer letzten EP wie „Until The Sun Dies (Part 2)“, „Vexation“ oder „Parting Song For The Torn Sky“ in genau dem gleichen Maße zum Zuge wie Songs des kommenden Albums. Das auch auf dem neuen Werk als Intro platzierte, ohne jegliche Vocals auskommende „Painless Sleep“ macht von Anfang an klar, wo es langgeht. Auch der punkige, knapp zweiminütige Titeltrack und sein unwiderstehlicher Basslauf oder das catchige „Dust“ bleiben sofort hängen. Selbstverständlich darf das standesgemäße Cover nicht fehlen, so wagte man sich an „It´s All Over Now Baby Blue“ und präparierte es soweit, dass es sich erfolgreich in das antlersche Soundgefüge einordnete.
(Felix und Pascal)