Avey Tare's Slasher FlicksEnter The Slasher House
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Label:
Domino
VÖ:
04.04.2014
Referenzen:
Animal Collective, Steely Dan, Deradoorian, Ariel Pink's Haunted Graffiti, Ponytail
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Autor: |
| Saskia Gerhard |
Wenn Avey Tares Stimme erklingt, fällt es schwer, die Grenze zwischen Animal Collective und Avey Tare’s Slasher Flicks zu ziehen. Doch diese Grenze ist wichtig und muss respektiert werden, wenn man sich „Enter The Slasher House“ in der Weise hingeben will, wie es dem Album gebührt. Das stete Mitglied des Collective kommt mit seinem neuen Projekt weniger ernsthaft daher, dafür chaotischer und insgesamt scheint das Album mehr auf einem Spiel zu basieren als auf einem Konzept. Die Genialität leidet nicht darunter, sie bekommt nur einen neuen Anstrich.
Jedoch wäre es auch ernüchternd gewesen, wenn Tare mit diesem Unterfangen nichts Neues eingefallen wäre. Nicht nur, weil Animal Collective schon für erbarmungslosen Wandel stehen, der sich kompromisslos binnen eines Albums vollziehen kann, sondern weil hinter Slasher Flicks zwei weitere kreative Experimentiermonster stecken: Angel Deradoorian, Keyboarderin und Vokalistin bei Dirty Projectors und Jeremy Hyman, der bis 2011 Drummer bei Ponytail war und nun den Psychedelic-Revoluzzer Dan Deacon bei Live-Auftritten unterstützt.
Die Einflüsse, die musikalisch durch die beiden entstehen, sind an einigen Stellen zu spüren. Der progressive Drive, den Hyman mit seinem rasenden Drumtempo schon in Ponytail einbrachte, dominiert die Tracks mal aggressiv wie in „Blind Babe“ oder füttert sie mit Dynamik, bleibt dabei aber bescheiden im Hintergrund wie in „Modern Days E“. Deradoorians Stimme blitzt zwischen Tares Gesangpassagen immer wieder hervor und die vergleichsweise jazzige Gelassenheit im Sinne mancher Dirty-Projectors-Songs schwingt auch hier mit, zum Beispiel in „Roses On The Window“.
Avey Tares Stimme glänzt wieder in allen Facetten: mal krähend und beinahe kindlich, mal wütend und kraftvoll, mal entspannt und melodisch. Sie webt sich durch die dichten Kompositionen und spielt mit den oft wirren Konstrukten der Lieder.
Insgesamt haben Avey Tare’s Slasher Flicks ein wildes, bisweilen etwas chaotisches, aber doch auffallend eingängiges Album geschaffen, aus dem regelrechte Hits wie etwa „Little Fang“ hervorgehen können. Nicht ganz so fordernd wie Animal Collective, nicht ganz so abgedreht wie Ponytail und nicht ganz so plätschernd wie Dirty Projectors – irgendwas in der Mitte ist dieses Album und gleichzeitig ganz abseits davon.


