Angel OlsenBurn Your Fire For No Witness
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Label:
Jagjaguwar
VÖ:
14.02.2014
Referenzen:
Tara Jane O'Neill, Julia Holter, Sharon Van Etten, Cat Power, PJ Harvey, Chelsea Wolfe
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Autor: |
| Carl Ackfeld |
Die Stimme, die Stimme und noch einmal die Stimme. Auf ihrer ersten EP „Strange Cacti“ seltsam verhuscht und in intime Lo-Fi-Songs eingepackt, auf dem Debüt „Half Way Home“ mit atemberaubender Neigung zur Kapriole und Hang zum Umkippen, jetzt auf „Burn Your Fire For No Witness“ vielschichtig: aufbrausend, anschmiegsam und bisweilen gar von unerhört zerbrechlicher Natur.
„I laughed so loud inside myself it all began to hurt“. Diese Textzeile aus dem im unruhigen Wellengang vorgetragenen „White Fire“ beschreibt Angel Olsens musikalisches Werken treffend. Startet sie beinahe zornig im zynischen „Unfucktheworld“, wendet sich das Blatt doch schnell zu friedvolleren Tönen, ohne an Eindringlichkeit zu verlieren. „Forgiven/Forgotten“ ist eine ebenso kurze wie schmerzhafte Abrechnung mit dem eigenen Ich und das folgende „Hi-Five“ mischt die Melodie des traurigsten Countrysongs der Welt mit fuzzigem Lo-Fi-Sound.
Es gibt eine ganze Reihe an Stimmungseindrücken zu verdauen, während man mit Olsens energischer Stimmführung und den trockenen Arrangements durch das Album vagabundiert. Beides nutzt die Musikerin aus Missouri mit hohem Variantenreichtum, um den im Grunde einfachen, dennoch sorgfältig intonierten Stücken immer eine Prise Besonderes angedeihen zu lassen.
Häufig ist es die Gitarre, die mal mehr, mal weniger trotzig angeschlagen für Vehemenz oder Reduktion sorgt und die Stimme Olsens in weiten Teilen umrankt, ihr zuweilen aber auch wie im kraftvollen „Stars“ anstandslos Paroli bietet. Jenes „Stars“ zeigt neben dem bereits erwähnten „White Fire“ und „Iota“, welches sich an die luftigen Folkkompositionen des Laurel Canyon orientiert, die Bandbreite auf „Burn Your Fire For No Witness“. Von jetzt auf gleich ändert Olsen aber immer wieder Richtung und Intimität in den Songs, nimmt dabei vor allem zum Ende hin deutlich Tempo raus. „Enemy“ taumelt zur ganz in den Hintergrund gerückten Gitarre dem Mondlicht entgegen und ist dabei so zeitlos wie eindringlich. Durch die ganz nah an den Hörer gemischte Stimme wirkt es wie ein Wohnzimmerkonzert für die Ohren.
Es ist ihr Gesang, der dem Album seinen ganz eigenen Stempel aufdrückt und es ist das Singen an sich, das Angel Olsen so besonders macht. In „Iota“ heißt es „If only all the world could sing along in perfect rhythm to the perfect song“ und gibt so Olsens Suche nach perfekter Rhythmik und Stimme Raum. Auf „Burn Your Fire For No Witness“ hat sie dafür schon eine ganze Menge Platz gefunden.


