AUFTOUREN 2013Die Musikvideos des Jahres
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Autre Ne Veut – Play By Play
Regie: Geremy Jasper & Georgie Greville
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So, wie er von mehr Bildschirmen als physischen Zuschauern umringt ist, porträtieren Jasper und Greville Autre Ne Veut vielleicht als unkonventionellen, gewiss nicht als großen Popstar. Der Clou ist aber die Punktlandung des Videos, als sich nach angespanntem Flackern der große Moment des Songs zum Anblick seines Sängers entlädt, triumphal vor sich selbst stehend die Arme in die Luft reißend.
14
David Bowie – The Stars (Are Out Tonight)
Regie: Floria Sigismondi
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Floria Sigismondi mag nicht mehr in der konsistenten Hochform sein wie um die Jahrtausendwende rum, doch wenn Bowie und Swinton rufen, bringt sie die Nomads-ähnliche Invasion des Biederpaar-Alltags zu einem glorreichen Finale.
13
Fatima Al Qadiri – Ghost Raid
Regie: Alex Gvojic
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Alex Gvojics Video fungiert wie kaum ein anderes dieses Jahr perfekt als Erweiterung der Musik. Mit jedem Anschlag synchronisiert, verkörpert es die futuristische Ästhetik von Fatima Al Qadiris Vision des erbarmungslos virtualisierten Krieges, der nicht mehr direkt von Menschenhand ausgeführt wird, dessen Opfer aber die gleichen Menschen wie eh und je bleiben.
12
Chase And Status – Lost And Not Found
Regie: Alex Southam
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Selten schafft ein Video eine einzelne kontinuierliche Aufnahme so gekonnt wie diese. Selbst an den zwei Stellen, an denen durch kurze Kameraverdeckung ein Schnitt möglich wäre, ist keiner deutlich zu erkennen, so nahtlos folgt Alex Southam dem dadurch ganz alltäglich wirkenden Polizeieinsatz.
11
Shugo Tokumaru – Katachi
Regie: Kijek/Adamski
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Wäre mit viel Pappe und noch mehr Fantasie diese Stop-Motion-Animation bereits eindrucksvoll genug, ist sie obendrein noch enorm liebevoll auf den lebhaften Song zugeschnitten – im wahrsten Sinne des Wortes.
10
Robin Thicke – Blurred Lines
Regie: Diane Martel
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Mit drei Videos in den Top 10 der Plattformen Youtube und Vevo war Diane Martel fraglos die erfolgreichste Regisseurin des Jahres – wenn auch nicht immer so, wie sie es sich erhoffte. Im subversiv beabsichtigten Director’s Cut erhielt „Blurred Lines“ zwar die größte Aufmerksamkeit, aber eher, weil er lechzend als Oben-ohne-Spektakel aufgenommen wurde. Dabei ist die „saubere“ Version weitaus gelungener ausgefallen, steht ohne die ganz so plumpe Schmierigkeit noch das Verspielte und Alberne meisterlich im Vordergrund. Tanz, T.I., tanz!
9
FKA twigs – Papi Pacify
Regie: FKA twigs & Tom Beard
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Einprägsamer wurden die Komplexität von Verlangen selten inszeniert: Posen, die von zärtlich in bedrohlich oder Überwältigung kippen können – und wieder zurück.
8
Majical Cloudz – Childhood’s End
Regie: Emily Kai Bock
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Emily Kai Bock hat ein seltenes Talent dafür, umher irrende Menschen zu porträtieren. Dass das in ihrem diesjährigen Clip für Arcade Fire etwas aufgewärmt wirkte, lag eigentlich nur daran, dass sie in wirkungsvollerer Kürze zuvor bereits dieses Meisterstück geschaffen hatte.
7
Biting Elbows – Bad Motherfucker
Regie: Ilya Naishuller
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Dieser Action-Wahnsinn ließ die Kinnladen reihenweise runterklappen. Ein Realität gewordener First-Person-Shooter, voller irrer Kamerafahrten, Sprünge und blutiger Duelle. Nur wer Bikini-Models sucht, kann hier enttäuscht werden.
6
T.O.P – Doom Dada
Regie: Seo Hyun Seung
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Mit Ideenfeuerwerken wie diesem gab Seo Hyun Seung auch 2013 dem koreanischen Pop ein maximalistisches Gesicht. Aufregender war aber noch „Doom Dada“, in dem er seinen gelegentlich anklingenden Kunstinspirationen freien Lauf ließ und Protagonist T.O.P auf einen durchgeknallten Trip zwischen „2001“ und Jodorowsky schickte.
5
Placebo – Too Many Friends
Regie: Saman Kesh
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Von der visuellen Sprache bis zum Setdesign wirkte 2013 kaum ein Musikvideo so jetztzeitig wie dieses. Dass es nebenbei noch zum Denken anregt, ist da schon fast geschenkt.
4
Darwin Deez – You Can’t Be My Girl
Regie: Keith Schofield
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Musikvideos fungierten traditionell ohnehin als Werbemittel, nur konsequent also, dass Keith Schofield sich für diesen Clip an Stock Footage vergriff. Darwin Deez sehnt sich nach dem Idyll der Hochglanzbilder, doch es bleibt unerreichbar für ihn, der immer ein wenig unscharf am Rand und im Hintergrund steht. Altbekanntes Gefühl, neu ausgedrückt.
3
Beyoncé – ***Flawless
Regie: Melina Matsoukas
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Vielleicht werden sich aus diesem Jahr nicht viele Pop-Ereignisse als langlebig erweisen. Beyoncés Video-Album hat zumindest das Zeug dazu und keiner der Clips davon, wenn überhaupt ein Clip dieses Jahr, bot mehr ikonische Momente als dieser. „I woke up like this!“
2
Cold Mailman – My Recurring Dream
Regie: André Chocron
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Tunnelblick, die zweite. Während Fleur & Manu zu Gesaffelsteins Musik die Schnitte hart hielten, gleitet André Chocrons Vorwärtsfahrt elegant von einer bildschön eingefangenen Szene in die nächste. Am Ende jeder Fahrt wartet bereits der Anfang der nächsten, als könne es ewig so weitergehen.
1
The Knife – A Tooth For An Eye
Regie: Roxy Farhat & Kakan Hermansson
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Tanz und Musik kratzen gemeinsam an Konstrukten, die einreißenswert sind. Wer noch an (Be-)Deutung in Musik und Pop glaubt, kam 2013 an diesem Video nicht vorbei.

