AUFTOUREN 2013 - Die Musikvideos des Jahres

Einfach war diese Auswahl nicht. Zuletzt war nach langem Blick durch die letzten paar Monate endlich eine halbwegs übersichtliche Vorauswahl aus etwa 50 Videos beisammen. Und dann kam Beyoncé.

Nicht zuletzt dass sie die Videos ihres neuen Albums in einem Rutsch mit der Musik veröffentlichte – wenn auch zunächst nur käuflich erwerbbar – zeigt, wie Musikvideos eben mehr als nur der vernachlässigbare Träger oder Aufmerksamkeitsheischer für hörbare Waren sind. Als Teil des künstlerischen Gesamtausdrucks können sie bis in die höchsten Pop-Sphären fungieren, konsequenterweise kann man aber auch so weit gehen, das Musikvideo als eigene Kunstform zu betrachten, bei der die Qualität der Musik reine Nebensache ist.

So versammelt die folgende Auswahl gewiss nicht die besten oder erfolgreichsten Songs aus 2013 in Bildform, sondern vielmehr die Bilder, die selbst dann zu beeindrucken wussten, wenn der Ton dazu idealerweise abgeschaltet blieb. Von der einfühlsamen Erzählung bis zum überdrehten Actionclip, von stylischer Pop-Inszenierung bis kunstvoller Abstraktion: Die 30 Videos des Jahres.


30

 

The Belle Game – Wait Up For You

Regie: Kheaven Lewandowski

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Ein Kultvideo nicht im übertragenen Sinne, nicht mal das einzige sehenswerte dieses Jahr. Kheaven Lewandowski packt zwar Action- und (über Untertitel) Dialogszenen in seine Erzählung, doch es ist die Mimik der DarstellerInnen, die sie so gelungen vermittelt.


29

 

Polly Scattergood – Wanderlust

Regie: Jesús Hernández

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Wirken die ersten paar Einstellungen des Videos vor allem wegen der wechselnden Bildqualität noch etwas konfus, schält sich mit jeder Iteration das so einfache wie clevere Konzept dieser Zeitschleife deutlicher hervor. Am Ende steckt die kurze Szene derart voller kleiner Details, dass sich selbst in Zeitlupe kaum jedes einzelne davon erfassen lässt.


28

 

The xx – Fiction

Regie: Young Replicant

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Auch in Young Replicants zweitem Clip für The xx, nach „Chained„, steht Oliver Sims im Vordergrund. Doch nicht nur ihn scheint die Kamera zu lieben, die Beleuchtung lässt die durchwanderte Nachtlandschaft wie vom Tageslicht erhellt scheinen – nirgends denkwürdiger als im Mond-Flutlicht um die Zwei-Minuten-Marke rum.


27

 

Jackson & His Computerband – G.I. Jane (Fill Me Up)

Regie: Myzyk & Moriceau

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Wenn schon obszön, dann auch richtig: In Blutrot- und Cyanblautönen animieren Myzyk & Moriceau ein genitales Gemetzel, dessen Protagonistin sich durch ein absurdes Phallusmonster nach dem anderen kämpft. Völlig überzogen und endlos unterhaltsam – sofern man nicht die ebenso radikal zensierte Version erwischt hat.


26

 

Dream Koala – Odyssey

Regie: Fabulous & Les Gentils Garçons

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Schöner war Zerstörungslust selten anzuschauen.


25

 

Cuushe – Airy Me

Regie: Yoko Kuno

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Perfekt detailliert und lückenlos sequenziert muss Yoko Kunos Animation gar nicht sein. Die permanente Unstetigkeit der Bilder macht die surreale Albtraumnarrative um Krankenhaus, Blumen und Schmetterlinge noch ein wenig verstörender, gebrochen durch den weichen Zeichenstil und Farbgebung.


24

 

Phoenix – Trying To Be Cool

Regie: Nicolás Méndez

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Ein wenig war es schon fast enttäuschend, dass dieser Clip nicht in einem einzelnen Take gefilmt werden konnte. Aber wenn ein Regisseur es sich verdient hat, einen derartigen Meta-Clip über das Filmen eines Musikvideos voller zusammenhangloser Einzelsequenzen zu bringen, dann ist das sicher Méndez und das Random-Kollektiv CANADA.


23

 

Dënver – Revista De Gimnasia

Regie: Bernardo Quesney

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Bernardo Quesneys Clip gibt keine leichten Antworten. Seine Szenen lassen sich als zeitlich springende Narrative auffassen, alternativ aber auch als bloße Fantasien seiner Hauptfiguren. Wie weit die Beziehung zwischen ihnen eskaliert, bleibt auch nach mehrfachem Ansehen schwer zu sagen – was einem weiteren Betrachten keinen Abbruch tut.


22

 

Portugal. The Man – Modern Jesus

Regie: AG Rojas

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AG Rojas ist fraglos einer der bildgewaltigsten Musikvideo-Macher. Seine Bilder müssen nicht explizit werden, um ihren viszeralen Effekt zu erzielen, auch braucht „Modern Jesus“ keine echte Narrative (im Gegensatz zu Rojas‘ anderem diesjährigen Clip), um die Stationen seiner USA-Reise unvergesslich zu machen.


21

 

Jon Hopkins – Open Eye Signal

Regie: Aoife McArdle

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Um sechs Minuten Skateboard-Streckenfahren nicht langweilig werden zu lassen, bedarf es mehr als guter Begleitmusik. Aoife McArdle fängt ungewöhnliche Brandentzündungen und die alltäglichere Szenerie in bestechenden Bildern ein und gönnt sich dabei jede Zeit(lupe) der Welt, denn das Ziel ist hier die Reise selbst.


20

 

The Paper Kites – Young

Regie: Darcy Prendergast

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Die markante Farbgebung und Beleuchtung geben den besonderen visuellen Kick, der die ohnehin aufwändige Stop-Motion-Synchronisation von einer klasse umgesetzten Idee auf ein Niveau erhebt, bei dem man sich sogar gerne durch jeden einzelnen Videoframe klickt.


19

 

Gesaffelstein – Pursuit

Regie: Fleur & Manu

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Tunnelblick, die erste. Irgendwo spielt sich am Rande der Rückwärts-Kamerafahrten ein Szenario um eine zwielichtige militaristische Organisation ab, dazwischen: Klone, Models, fliegende Knarren. Schräg und slick.


18

 

Janelle Monáe Feat. Erykah Badu – Q.U.E.E.N.

Regie: Alan Ferguson

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Die unermüdliche Energie ihrer Liveauftritte injiziert Janelle Monáe direkt in Alan Fergusons Clip, der glatt davor zurückzuschsrecken scheint, den Hintergrund mit unnötigem Detail zu füllen, das eh alle nachher übersehen. Weiß, ein paar Requisiten, den Rest reißen diese Frau und ihre Begleitung schon.


17

 

Sebastian Ingrosso, Tommy Trash, John Martin – Reload

Regie: Jodeb

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Der Kanadier Jodeb macht Videos, die – nun ja – epic as fuck sind. Lässt sich so gerade noch beschreiben, was in seinen ersten beiden Videos dieses Jahres passiert, muss man hier die Hände in die Luft werfen oder wie ein wild brabbelndes Kind wirken, mit dem die Fantasie durchgeht.


16

 

Just Blaze & Baauer – Higher

Regie: Nabil

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Da dürften sich die Macher dieses Clips aber in den Arsch gebissen haben. Neben seinen eher style-lastigen Werken für James Blake oder Foals dieses Jahr bewies Nachwuchs-Star Nabil Elderkin hier einmal, dass er auch eine Erzählung ohne fantastisches Element durchziehen kann.


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