Musik ins Auge - Der Musikvideo-Roundup (Oktober I)

War irgendwas die letzten Tage? Ach ja, richtig. Vevo. Seit 3 Tagen ist ein weiterer Anbieter für Musikvideos in Deutschland offiziell erreichbar. Das größte Angebot gibt es dort nicht, jedoch viele der größten Namen im Geschäft, die für die meisten natürlich am gefragtesten sind. Wer obskurere Sachen sucht, hat es mitunter schwer, denn pro Name erhält man nur drei Suchergebnisse, die im Zweifelsfall lieber Chartstars ausspucken als das, was man tatsächlich eingegeben hat.

Auch die Startseite lässt nicht weit in das Angebot blicken. Alle neuen Videos, von denen täglich Dutzende hinzukommen, lassen sich nicht ohne viel, viel Trickserei ersehen. Alles ist handlich, einfach konsumierbar verpackt, sofern es ins Programm der zahlungskräftigsten Anbieter passt – Vevo-Videos wie dieses zum Beispiel sind in Deutschland gesperrt. Ebenso sind nun nicht auf einmal alle bisher auf Youtube blockierten Videos auf Vevo ansehbar, sondern eben nur der Teil davon, der über das Vevo-Angebot dort platziert wurde. Julianna Barwicks Musikvideo ist nun endlich ohne Umstände verfügbar, ein gestern veröffentlichtes Konzertvideo jedoch gibt es auf Vevo nicht und auf Youtube ist es bereits gesperrt. Klar ist: Hier geht es nicht darum, möglichst viele Videos der Allgemeinheit verfügbar zu machen, sondern um Kontrolle und Geld.

Allzu lange wird die schöne neue Vevo-Welt deswegen auch nicht unbedingt anhalten. Wie Youtube vor einigen Jahren erhielt die Plattform einen Einsteiger-Rabatt von der GEMA, der nach zwei Jahren einem regulären Tarif weicht, welchen Youtube bzw. Google bekanntermaßen seit einiger Zeit nicht zu zahlen gewillt ist. Da es schon zwei Jahre dauerte, bis Vevo überhaupt starten konnte, dürften die nächsten Verhandlungen bereits laufen. Bis dahin zumindest gibt es aber erstmals eines der Videohighlights dieser Woche über Vevo – nicht nur dort wohlgemerkt, die deutschen Plattformen Myvideo und Clipfish bieten ihn ebenfalls an, doch sollte man sich Hiro Murais Schwarzweiß- und Schattenfahrten schon in größtmöglicher auflösung gönnen.

Außerdem: Rollo Jackson kontrastiert Arbeit und echtes Leben, Emma Nathan und Thomas Razi machen Stimmungsbilder. Romain Segaud lässt Frequenzen tanzen und denial.of.services Video ist, wenn auch auf ganz andere Weise, so marktfremd wie das der Koreaner Block B, dass man sie eher niemals auf Vevo zu sehen kriegen düfte.

Real Lies – World Peace

Regie: Rollo Jackson

 

Cults – High Road

Regie: Hiro Murai

 

Goose – Your Ways

Regie: Thomas Rhazi

 

The Magician – When The Night Is Over

Regie: Romain Segaud

 

extrawelt – BREEDLE

Regie: denial.of.service

 

Anna Calvi – Sing To Me

Regie: Emma Nathan

 

Block B – Very Good


 

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