„Right Thoughts, Right Words, Right Action“, die neue Platte von Franz Ferdinand, klingt nach selbstsicherem Pragmatismus. Und tatsächlich (keine Überraschung) hat sich kein stilistischer Paradigmenwechsel bei der schottischen Truppe generiert. Was man momentan auch feststellt: Es könnte sich tatsächlich eine Renaissance der 00er-Indietrumpf-Bands (Babyshambles, Foals, Kooks, Arctic Monkeys und halbwertig auch noch Bloc Party) abzeichnen, die das alte Gitarrengestell wieder etablieren.

Die Gruppe um Multi-Kulti-Hobbykoch Alex Kapranos bleibt standesgemäß bei den bewährten Zutaten, elektrifizierte Modifikationen oder sonstige nicht handwirtschaftlich erzeugte Geschmacksverstärker kommen nicht in den Topf, in dem sich weiterhin schmissiger Indie-Rock’n’Roll wie aus dem UK-Kochbuch befindet. „This time, same as before“, singt Kapranos in der ersten Singe-Auskopplung „Right Action“, die von den Riffs ein wenig an ihren Hit „The Fallen“ erinnert, auch wenn sie an dessen Vitalität nicht herankommt.

„Love Illumination“ ist da schon ein wenig knackiger und virtuoser geraten: Markante Keyboards und Bläser-Arrangements machen glauben, dass die Reißverschlüsse der Lederjacken und Karottenhosen auch noch vier Jahre nach „Tonight: Franz Ferdinand“ ohne viel Baucheinziehen passen. Das lässt auch das rasante „Bullet“ vermuten, auf denen Franz Ferdinand sich in wütiger Postpunkpop-Spielfreude präsentieren. Ebenso das groovig-laszive „Evil Eye“ oder „Goodbye Lovers & Friends“, in denen Kapranos wieder mal seine stimmliche Variationsbreite demonstriert (in Bestform in „Fresh Strawberries“).

Die eine Ballade, die auf Franz-Ferdinand-Alben im Grunde immer mit ins Programm gehört, bleibt dieses Mal übrigens aus. Und das, obwohl es generell nicht mehr so unbändig zugeht, wie man es von dieser Band eigentlich erwartet hätte. Insgeheim kann es dazu kommen, dass man in den Durststrecken (ein wenig zu gewollt avantgardistisch und zäh ist beispielsweise „The Universe Expanded“ geraten) ein nostalgisches „Franz Ferdinand, you could have done it so much better“ für sich dahinmurmelt. Am Ende ist man aber froh, dass die Band wieder zurück ist. Älter werden wir schließlich alle und solange die Hose trotz Schampus und Lachs noch sitzt, ist ja im Grunde alles in bester Ordnung.

Ein Kommentar zu “Franz Ferdinand – Right Thoughts, Right Words, Right Action”

  1. […] wenn neue Veröffentlichungen von Franz Ferdinand, Bloc Party, Babyshambles und nun auch Arctic Monkeys in den letzten Wochen den gegenteiligen […]

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