Plattenpanorama – neue Alben im Schnellcheck (12/2013)


Wenn die Woche nur sieben Tage hat, kann man nicht jedes Album in aller Ausführlichkeit besprechen. Diesmal betrachten wir kurz und knapp neue Werke von The Growlers, Kvelertak und Suede.

The Growlers – Hung At Heart

Wenn Paul Thomas Anderson als nächstes Projekt tatsächlich die Verfilmung von Thomas Pynchons glorreich humoreskem kalifornischem 60er-Surf-Kiffer-Krimiroman „Inherent Vice“ in Angriff nimmt, kann es keine zwei Meinungen geben, dass da der richtige Mann am Werk ist. Die Suche nach dem passenden Soundtrack dürfte sich derweil bereits erledigt haben: The Growlers aus – wie passend! – Kalifornien liefern mit ihrem dritten Album „Hung At Heart“ die perfekte Kulisse für schummriges Licht, urige Typen, unübersichtliche Gespräche über hohe Wellen (zum Surfen selbst wird es aus Gründen der Bequemlichkeit nicht langen) und neblige LSD-Hypothesen zu Lemuria. Ähnlich wie The Walkmen bringen sie dabei nicht nur in den herausragenden „One Million Lovers“ oder „Burden Of The Captain“ das Kunststück fertig, nach Manege zu klingen, ohne jeglichen Zirkus zu veranstalten. Hut ab. (Pascal Weiß)

Label: Fatcat | VÖ: 05.04.2013

Kvelertak – Meir

Viel hat sich bei Kvelertak nicht geändert. Der harmlose Closer ist der einzige Versuch, den Stil abzuändern und sich um mehr Struktur zu bemühen. Stattdessen spielen die Norweger auf dem restlichen Album ihre bekannten Qualitäten wieder voll aus. Die finstere Mischung aus Hardcore, Punk und Black Metal bringt den Kessel immer wieder zum Überlaufen, die Stimmung mäandert von hysterisch bis ausgelassen. Über allem steht der schier unerschöpfliche Ideenreichtum, der großartige Riffs, brennende Drums und harsche Kampfansagen zutage fördert. Kurzum: Auch Kvelertaks Zweitwerk ist atemberaubend. (Felix Lammert-Siepmann)

Label: Roadrunner | VÖ: 22.03.2013

Suede – Bloodsports

Neue Fans werden Suede mit ihrem Comeback-Album sicherlich nicht erreichen. Brett Andersons leidender Gesangsstil, die immer gleiche Thematik und die Melodiebögen mit großen Gesten sind dafür viel zu sehr in der Vergangenheit verwurzelt. Doch genau das dürfte die zahlreichen alten Fans in Euphorie versetzen. Wie auch schon auf ihren letzten Alben vor der Trennung gelingt es der Band, Bombast in seine schönste Form zu verpacken und so aus dem Elfenbeinturm heraus durchgehend berührende Songs zu erschaffen, die alleine über den Faktor Nostalgie funktionieren. (Felix Lammert-Siepmann)

Label: Rykodisc | VÖ: 15.03.2013

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