Plattenpanorama – neue Alben im Schnellcheck


Wenn die Woche nur sieben Tage hat, kann man nicht jedes Album in aller Ausführlichkeit besprechen. Diesmal betrachten wir kurz und knapp neue Werke von Cold Pumas, Flume, Nadja, PAWS und Poolside.

Cold Pumas – Persistent Malaise

Cold Pumas sind ein Trio aus Brighton und haben sich einer musikalischen Spielart verschrieben, die Simon Reynolds in „Rip It Up And Start Again“ wie folgt beschreibt: „There’s a sense in which today’s post-punk-inspired bands treat that era as ‘unfinished business’, a set of sonic potentials with plenty of room for further extension and exploration”. Dem ist eigentlich wenig hinzuzufügen. Cold Pumas verschränken Joy Divisions Kälte mit stoischer Rhythmik und metallischen Gitarren und verweigern sich strikt allen Höhepunkten und schmückendem Beiwerk. Klingt langweilig? Nein, es hat durchaus seinen Reiz. (Mark-Oliver Schröder)

Label: Gringo | VÖ: 23.11.2012

Flume – Flume

Klar, dass diese vergnüglich stumpfsinnige Post-Chillwave-Stolperbeat-Vocalschnibbelpitcherei in Flumes bro-iger Heimat Australien großen Erfolg feierte. „Flume“ blubberpoppt über druckvoll abgesägte Anschläge zwar nahezu überraschungsfrei, wenn man in den letzten Jahren elektronische Trends verfolgt hat, aber die besten Stücke wie „Sleepless“ und das Kompressorenballett „On Top“ kommen bei aller kompositorischen Überroutiniertheit dank beseelender Vocals über allzu arge Kurzweiligkeit hinaus. (Uli Eulenbruch)

Label: Future Classic | VÖ: 16.11.2012

Nadja – Dagdrøm

Auf sage und schreibe 18 Alben zwischen 2003 und 2010 (Aiden Bakers unzählige Solo-Veröffentlichungen und anderweitige Kollaborationen nicht mitgezählt) loteten Nadja bis dato all diejenigen Krachsphären aus, die sich im weiten Feld zwischen Tim Hecker, My Bloody Valentine und Neurosis so auftun. Die erstmalige Zusammenarbeit mit Jesus-Lizard-Drummer Mac McNeilly macht Dagdrøm zu ihrem bisher strukturiertesten und vielleicht zugänglichsten Album. Physischer klang Dreampop, erdenferner klang Doom Metal selten. (Bastian Heider)

Label: Broken Spine | VÖ: 30.10.2012

PAWS – Cokefloat!

Es ist schon schade, dass Superchunk, Sebadoh und die anderen alten Indierock-Heroen nicht mehr mit Feuer unterm Hintern aktiv sind. Da müssen wir uns halt mit diesem robotisch steifen Ersatz zufrieden geben, der selten mit mehr als dem Treffen des richtigen Retrosounds überzeugt … ach nein, Moment, ich vergaß. Wir schreiben das Jahr 2012, nicht 2002. (Uli Eulenbruch)

Label: Fat Cat | VÖ: 30.11.2012

Poolside – Pacific Standard Time

Mit leichter Verspätung erscheint nun auch hierzulande die formidable Sommerdisco-Platte des L.A.er Duos. Wer sich nicht jedes Jahr krampfhaft mit einer komplett neuen Garderobe eindecken muss, wird aber auch noch in der nächsten Saison zu Poolsides warmem „California Sunset“ oder ihrem wundervollen „Harvest Moon“-Cover entspulen können. (Uli Eulenbruch)

Label: Poolside Sounds | VÖ: 30.11.2012

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