JJ DOOMKey To The Kuffs

Wer auf seinen Alben Gastbeiträge von Damon Albarn und Beth Gibbons vereint, hat mit Untergrund eigentlich nicht mehr viel an der Blechmaske. Dennoch gilt MF DOOM spätestens seit dem genialen Kiffer-Opus „Madvillainy“ (in Zusammenarbeit mit Madlib) im HipHop als ungekrönter „King Of Underground“. In Kollaborationen mit wechselnden Produzenten erfindet er sich als eine der markantesten und gleichzeitig wandelbarsten Stimmen im Geschäft immer wieder neu. Die wahre Persönlichkeit hinter seinen zahlreichen Inkarnationen wird dabei niemals greifbar. Das Versteckspiel nährt den Legendenstatus.

Für seinen neuesten Streich hat er sich nach einem Umzug nach London mit Jneiro Jarel zusammengetan und überrascht dabei erneut. Weitestgehend vorbei sind die Zeiten, als DOOMs Reime zerrissen zwischen Cannabis-Wolken und versponnenen Filmsamples umherflowten. Denn auch wenn er seinen berühmten Humor hier nicht aufgegeben hat, die Beats auf „Key To The Kuffs“ klingen so modern und futuristisch wie nie zuvor. Die Meinungsmacher von Pitchfork zeigen sich durchaus angetan. Der Autor von This is Fake DIY ist  etwas weniger begeistert. Interessante Hintergründe auch über DOOMs Umzug nach  London gibt’s beim Guardian. Was haltet ihr von „Key To The Kuffs“?

Auch wenn man vor DOOMs Wandlungs- und Anpassungsfähigkeit nur den Hut ziehen kann, finde ich, dass seine verqualmte Stimme nicht so recht zu Jarels futuristischem Beatansatz passen mag. Das Ganze ist nicht Fleisch, nicht Fisch, dröhnt zudem etwas dumpf aus den Boxen und kommt über einige wirklich gute Ansätze hinaus selten so richtig in Fahrt. (Bastian Heider)

Eine konstante Kollaboration zwischen MF DOOM und Jneiro Jarel, wobei Letzterer etwas zu kurz kommt. Der Mann mit der eisernen Maske hätte seinen Kollegen ruhig etwas öfter an das Mikro lassen können, das wäre der etwas eintönigen Kooperation zu Gute gekommen und hätte das Ganze etwas abwechslungsreicher gemacht. So wurde leider durchaus vorhandenes Potenzial verschenkt. (Michael Schels)

Label: Cooperative

Links: MF DOOM | Jneiro Jarel | Label

Referenzen: MF DOOM, Damon Albarn, Willie Isz, Haleek Maul, Doseone

VÖ: 31.08.2012

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