Bohren & Der Club Of Gore – Beileid

Für die Verhältnisse von Bohren & Der Club Of Gore ist der Opener geradezu leichte Kost. „Zombies Never Die (Blues)“ ist keine acht Minuten lang und natürlich das kürzeste Stück auf „Beileid“. Es nimmt einen förmlich an die Hand und führt ruhigen Schrittes hinab in die bedrohliche, dunkle Zwischenwelt der Mülheimer Doomjazzer. In „Catch My Heart“, dem zweiten Stück, laufen diese dann zur Hochform auf: Erst vollbringen sie das Kunststück, eine sekundenlange Pause einzubauen, ohne dass man diese überhaupt als solche wahrnehmen würde – weil die Geschwindigkeit des Stücks einmal mehr dem Stillstand näher scheint als der Bewegung. Dann, eine gefühlte Ewigkeit und doch nur ein paar Takte später, setzt der Gesang Mike Pattons ein.

Und sobald sich alle – Patton eingeschlossen – daran gewöhnt haben, dass hier die deutschen Mainstream-Metaller von Warlock gecovert werden, wird klar, dass man so etwas noch nie zuvor gehört haben kann. In einer solch erhabenen Art und Weise wurde Doro Pesch noch nie zitiert. Und so wird aus dem 1985er Hit ein einmalig intensives Smooth-Jazz-Erlebnis mit Erweckungscharakter für alle stummen Zweifler dieser Band. Die letzten 14 Minuten des Albums gehören dann „Beileid“, dem Titelstück. Es verwaltet den neuerlichen, grandiosen Erfolg erhobenen Hauptes, rettet ihn locker über die Zeit und rundet somit die Titelverteidigung ab: Bohren & Der Club Of Gore zementieren einmal mehr ihre Ausnahmestellung was unabhängige, grenzüberschreitende Musik aus Deutschland betrifft. (Constantin Rücker)

Referenzen: Faith No More, Warlock, Earth, Tied & Tickled Trio, Chet Baker, Fantomas, Mr. Bungle

VÖ: 22.04.2011 | Label: Pias Germany | Links: Homepage / Myspace

Herpes – Symptome Und Beschwerden

Feels like artsy Pop Punk like this could only come from Germany, and not because of the lyrics‘ language. Thin, wiry guitars, monotonous cheapo keyboard stakkato and the rattling bass/driving drum rhythm combo all show that this quintet knows its NDW as well as where to get a decent discount on gear, at least „Symptome & Beschwerden“ doesn’t sound much more polished than their debut. But probably more nervous, with constantly over-caffeinated frontman Florian Schaumschlag rambling about crotch grabbing and bust size estimating as excitedly as he ironically imitates aging music snobs („Ruckzuck“).

This verbal barrage sometimes makes „Symptome Und Beschwerden“ hard to hold on to, even with these (very) Berliners setting aside their instruments to rephrase Schiller („Das Leben ist ernst, die Kunst ist heiter“ they sloganeer on the titular track) and stumbling over a catchy melody or two at near-constant high velocity. An album for one nighters from the city of all nighters: Fun while it lasts, but afterwards you’re not sure if you want to do it again, fearing the next time won’t be as good as you remember it. (Uli Eulenbruch)

Referenzen: Die Goldenen Zitronen, Fehlfarben, Kommando Sonne-nmilch, Palais Schaumburg, Ja, Panik

VÖ: 13.05.2011 | Label: Tapete | Links: Albumstream / Homepage / Label

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