Tape auf Touren: Vol. 04 - 2011

Es ist ein ebenso plumpes Wortspiel wie die reine Wahrheit, dass hier bei uns momentan auf Hochtouren (!! !! !!) gearbeitet wird um euch die nächsten Tage weiterhin mit dem zu versorgen, was ihr (hoffentlich) von uns gewohnt seid und auch mit einigen Überraschungen. Nicht unbedingt überraschend, aber auch sicher nicht so vorraussagbar ist die Auswahl, die unsere Redaktion diese Woche fürs Tape Auf Touren getroffen hat – außer vielleicht, es befinden sich Hellsehende unter euch.


 

Peter And Kerry – Knees

Dieser Song ist das Ende. Das Ende der Hoffnung. Erschöpft vom Kämpfem, verzweifelt an der Liebe. Was bleibt, ist Resignation und die Gitarre, die jedoch ebenso kraftlos wirkt wie der Gesang und die kleinen Details, die diesen Kopfhänger passend untermalen. Letztlich muss man wieder einmal feststellen, dass die wahre Romantik eben in der Distanz liegt, in dem, was man nicht bekommen kann. „Knees“ erscheint auf einer lohnenswerten EP namens „Clothes, Friends, Photos“ auf dem völlig unbekannten Mikro-Label Tape Club. (Markus Wiludda)

Snowman – Hyena

2008 tauchte ihr Zweitling wohlplatziert in unseren Jahrescharts auf, jetzt ist der Nachfolger „Absence“ fertig und verfolgt die wechselhafte Mischung aus verfremdeten Tribaldrums, Geistergesängen und kalten Pianoklängen konsequent weiter. Weniger lärmig, dafür umso versponnener ähnelt „Hyena“ einer Gesang gewordenen Beschwörung, wie sie These New Puritans nicht besser hinbekommen hätten. (Carl Ackfeld)

Acid House Kings – Would You Say Stop?“

Das Album „Music Sounds Better With You“ scheint gerade jetzt, wo der Frühling so langsam Fahrt aufnimmt, perfekt passende Musik zu bieten. Die nun auch schon seit rund 20 Jahren aktiven Acid House Kings fahren mal wieder alle Twee-Pop-Register auf und erzielen damit eine ähnliche Wirkung wie die zaghaften ersten Sonnenstrahlen auf der Nasenspitze. 1, 2, 3 …und schon hat man sich auf ein Neues verliebt. (Bastian Heider)

Apparat – Ash/Black Veil

Herzlichen Glückwunsch: Die Zusammenarbeit mit Modeselektor unter dem passenden Projektnamen Moderat wurde 2009 zurecht in unserer Top50-Auswahl gewürdigt. Vor gar nicht allzu langer Zeit konnten wir uns zudem an der DJ-Kicks-Reihe der Berliner erfreuen. Und nun? Jetzt können Apparat gar stolz verkünden, als deutscher Act den Sprung zu keinem geringeren als dem UK-Kult-Label Mute geschafft zu haben. Wow. Der herausragende erste Song verrät: Dieses Mal werden sie sich mit Platz 50 nicht zufrieden geben. Wetten? (Pascal Weiß)

Benoit & Sergio – What I’ve Lost

Dass DFA vor kurzem die ursprünglich 2009 erschienene EP „Boy Trouble“ neu herausbrachte, unterstreicht nicht nur die Nachhaltigkeit ihres Titelstücks, sondern auch die von „What I’ve Lost“, das sich als zweite B-Seite ganz am Ende der 12″ verbirgt. Behutsam entfalten Benoit & Sergio ihre zarte Melancholie, in nostalgisch wehmütigem Ton singt ihr Protagonist von einer Fahrt durch Straßen, die Zeugnis und Erinnerer seines früheren Verlustes sind. Die Musik gleitet mit ihm voran, behutsam und bezaubernd detailliert, ja darauf bedacht, ihm in dieser prekären Stimmung nicht quer zu kommen. (Uli Eulenbruch)

Einen Kommentar hinterlassen

Platten kaufen Links Impressum