Tape auf Touren: Vol. 03 - 2011

„Radiohead Radiohead Radiohead.“ – „Radiohead?“ – „Radiohead RADIOHEAD!“ – „Raaaaaadiohead, Head Radio … Radiohead Radiohead.“

So oder ähnlich kamen einem die letzten beiden Wochen vor, die Konversation im World Wide Web ähnelte in ihrer Monothematik einer Musikversion der Hirninnenlebenszene in „Being John Malkovich“. Dass darüber hinaus aber noch einiges mehr an Hörenswertem geschieht, soll unsere dieswöchige Auswahl untermauern, die von narkotisierten Experimentalklängen über schottische Rocklawine bis hin zu Flötenfolk viel zu bieten hat.

Dananananaykroyd – E Numbers

„Eargasmic!“ lautet der erste Kommentar zur neuen Single „E Numbers“ bei Soundcloud. Und ja, viel besser hätte man es nicht beschreiben können. Dananananaykroyd lassen alle Befürchtungen, die Band könnte es von nun an gemächlicher angehen, ins Leere laufen: Mindestens so krawallig wie auf ihrem letzten Album „Hey Everyone“ präsentieren sich die Schotten und zeigen darüber hinaus auch noch Größe, als sie sich (bei ca. 2:30min) in Form eines kurzen unerwarteten Breaks artig vor The Dismemberment Plan verbeugen. Yippie! (Pascal Weiß)

Malajube – Synesthésie

Aus der Gruft der leider etwas allzu schnell und vor allem zu Unrecht wieder in Vergessenheit geratenen Bands erheben sich die bekennenden Frankokanadier von Malajube, die ihr am 19. April erscheinendes kommendes Album passenderweise auch gleich „La Caverne“ betitelt haben. Auch wenn die ganz großen Euphoriemomente sich hier noch etwas verstecken, weckt der Vorabsong „Synesthésie“ zaghafte Hoffnungen, dass der beim Vorgänger etwas verloren gegangene, Sprach- und allerlei andere Barrieren einreißende Popappeal nun bald zurückkehren mag. (Bastian Heider)

Southern Shores – Mauna Loa

Tja liebe Air France, wenn ihr nun bald 3 Jahre nach eurer letzten EP immer noch nichts Neues auf die Beine gestellt kriegt, braucht ihr euch nicht zu wundern wenn die Berlin-Kanadier Southern Shores die Urlaubsvertretung übernehmen. Deren Balearic-Popgebräu aus triumphalen Blechbläsern, Südsee-Perkussion, Filmdialog-Samples und entrückten Gesängen mag enorm vom Sound der Göteborger inspiriert wirken, das ändert aber nichts an der traumhaften Schönheit von Stücken wie „Mauna Loa“. (Uli Eulenbruch)

Peaking Lights – All The Sun That Shines

Peaking Lights sind Aaron Coyes und Indra Dunis aus Kalifornien die ihre Namen auch gern mal mit A.C.I.D. abkürzen. Selbiges hat wohl auch beim Aufnehmen ihres zweiten Albums eine größere Rolle gespielt. „936“ ist erst vor kurzem auf Not Not Fun Records erschienen. Wer das Label kennt weiß was ihn erwartet. (Michael Schels)

Phantom Power – You Are Who You Meet

Bereits seit Anfang 2010 schmeißt Eric Littmann unter seinem Pseudonym Phantom Power in einer atemberaubenden Regelmäßigkeit kostenlose EPs auf den Markt. Das klingt bisher nach einer Verbindlichkeit die nur Sufjan Stevens in seinen kühnsten Träumen in den Schatten stellen mag. Allerdings ist ebenso zu bezweifeln, dass Phantom Power die Kontinuität in Anbetracht der beachtlichen Qualität der Releases aufrechterhalten kann. Littmann paart seinen fast schon belanglos desinteressierten Gesang mit maßlos hallenden Gitarren und effektivstem Drumcomputer-Einsatz. Folglich spricht in Zeiten (noch) nicht abreißenden Interesses an Chillwave oder Bedroom-Pop einiges für diesen jungen Mann aus New York. (Constantin Ruecker)

Cult Of Youth – New West

Als hätte man den leicht angestaubten Neofolk und Postpunk Großbritanniens mit der aktuellen Lo-Fi-Mode gekreuzt. Querflöten, Echotrompeten und marschierendes Schlagzeug, dazu die markige, überschnappende Stimme Sean Ragons und Geigenarragements von Christiana Key, die sich auch schon bei Zola Jesus einen Namen gemacht hatte. Euphorisch, quengelig und unterkühlt zugleich, sorgt „New West“ auch auf dem Tanzboden für Furore. (Carl Ackfeld)

Ein Kommentar zu “Tape auf Touren: Vol. 03 – 2011”

  1. Pascal Weiß sagt:

    Ist echt ne ziemlich interessante Mischung geworden, gefällt mir alles dieses Mal. Vor allem die „übergeschnappten“ Cult Of Youth: Die dürfte es hier auch in so manche Jahresliste schaffen. Super Ding, da stimme ich euch voll zu, Carl und Markus.

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