Kakkmaddafakka: Immer schön freundlich

Schwermut kuriert man am besten mit Leichtigkeit. Wir hätten da was! Kakkmaddafakka stammen aus Bergen und sind so jung, dass sie fast nicht in die Klubs kommen, in denen sie auftreten. Kakkmaddafakka haben außer einem ziemlich beknackten Namen (heißt angeblich „Party Animal“ in irgendeiner Geheimsprache, wie uns die Promoagentur verrät – der wir natürlich nie Glauben schenken) auch zentnerweise gute Laune parat, die uns auf dem Debütalbum „Hest“ freudestrahlend präsentiert wird. Alles schwingt mit freundlichem Gebell und in einer grandiosen Offensichtlichkeit, die ihnen sicherlich über den Sommer noch einige Freundesklicks auf Facebook mehr einbringen wird. Muss man eben auch erst einmal hinbekommen, solch flockige Songs.

„Restless“ beispielsweise tänzelt so wunderbar cool voran als hätten Ghost Of Tom Joad eine Lektion von Whitest Boy Alive gelernt. Und da liegt man auch gar nicht so falsch, denn Kakkmaddafakka wurden vom Indiecharmeur Erlend Øye höchstselbst produziert. Das hört man und das schmeckt.

Neun Songs bietet das Debüt, fast ausnahmslos Hits. Kaum ist etwas zu spüren von Realformaten und Schüchternheit – lebensbejahend, beschwingt und irgendwie rübezahlgroß kommt dieser Pop daher. Mal mit etwas mehr Keyboard, mal mit etwas mehr freundlichen Gitarren – letztlich gipfelt aber jeder Track in einem Refrain, den man spätestens nach dem zweiten Hören blakekaum mehr aus der Ohrmuschel wringen kann. Und wer will das auch? Solch schmucke Songs wie „Make The First Move“ werden nicht zuletzt bei den Konzerten zu Selbstläufern mutieren. Live stocken Kakkmaddafakka übrigens nochmals auf und verdrehen mit zwölf Köpfen der Popwelt den ihren. Dass da der Entertainmentfaktor hoch ist, kann man auf ganz schlechten Videos sehen.

Kakkmaddafakka nehmen sich auf sympathische Art nicht wirklich ernst. Wenn bei „Self-Esteem (Wenga)“ das Schnippschnapp-Krokodil vorbeischaut, dann ist auch der Schmunzelhase nicht fern. „Drø Sø“ ist feinster norwegischer Popschlager, „Touching“ überholt sich selbst auf der rechten Spur der Songautobahn und dann ist da noch „Gangsta“, der wie alle Tracks lyrisch eher trivial gehalten ist. „I wanna be a gangster, I wanna be an original G“, heißt es da, um nur wenig später, voll böse und so, freundlichst um Beute zu beten: „Please give me your money“. Wir empfehlen dringlichst, dieser Bitte nachzukommen.

Link: Band

„Hest“ erscheint am 25. Februar via Bubbles

Ein Kommentar zu “Kakkmaddafakka: Immer schön freundlich”

  1. Saihttam sagt:

    Das Konzert gestern in Offenbach hat mich auf jeden Fall begeistert. ham ordentlich gute Laune verbreitet! die Songs machen Spaß und passen echt gut zur Jahreszeit.
    danke für den Tipp! :)

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