Tape auf Touren: Vol. 02 - 2011

Der Januar hat es mal wieder gezeigt: Merge Records ist mit Alben wie Destroyers Jahresanfangs-Sensation Kaputt verlässlicher Lieferant hochwertiger Hörerlebnisse. So ist es denn auch als gutes Zeichen zu werten, dass The Mountain Goats ihr hierzulande bei Tomlab erscheinendes Album in den USA beim vielleicht sympathischsten Indie-Giganten der Welt veröffentlichen werden, erste Eindrücke davon und mehr gibt es diesmal bei der Musikauswahl unserer Redaktion.

The Mountain Goats – Damn These Vampires

Dieses Mal also Vampire, Herr Darnielle? Doch die Skepsis legt sich wie immer recht schnell. Ein Song reicht, und schon geht einem wieder das Herz auf. Da kann man auch getrost die Heizung runter drehen. Von der Instrumentierung her recht nah an den Songs des Vorgängers, stehen die Zeichen für all diejenigen, die den Weg über die Jahre mitgegangen sind, ziemlich gut. Mensch, dieser Kerl könnte über die Bibel singen, ich würde es lieben! (Pascal Weiß)

Lost On Campus – Open Sesame

Akustik-Gitarre, Handclaps, Glockenspiel, leicht nölige Stimme… ja natürlich, das ist alles schon mal da gewesen. Unzählige Male. Aber so lange das Ergebnis so wunderbar kurzweilig ausfällt wie bei Rob Lynch, kann man da doch mal wohlwollend drüber hinwegsehen. Und klar, gleich beim zweiten Durchgang lauthals mitsingen: Ba-ba-ba-ba! (Matthias Holz)

Chris Bathgate – No Silver

Nach vier Jahren kommt endlich wieder etwas eeues vom Mann mit der markanten Stimme aus Ann Arbor. Energischer und scheppernder Folk, rau und kantig produziert. Spätestens wenn im zweiten Teil des Songs Schlagzeug und Banjo mantraartig zueinanderfinden, wird „No Silver“ zum unwiderstehlichen Vorboten für das im April anstehende Album „Salt Year“. (Carl Ackfeld)

XXXY – You Always Start It

XXXY pachtet die Coolness, die vielen Post-Dubstep-Tracks momentan fehlt. Eingeflochtene Gesangsfragmente (wie üblich wird gesprochen, aber nichts gesagt) werden auf überdehnte Synthies gespannt, dazu blubbern Beats und klirren Arpeggien. Entsprechend sollte man diese sechseinhalb Minuten im Feinkost-Regal des Musikhändlers des Vertrauens suchen und kaufen, denn selbst die etwas stumpfere B-Seite wurde just als „Best New Music“ bei Pitchfork geadelt. (Markus Wiludda)

CoverGirl – Paris Burns

Ein peitschender Beat, spröde Gitarrensplitter und kalte Shouts: „Paris Burns“ signalisiert nicht die Ankunft der xten duchgestylten Indietanz-Gurkentruppe in Großbritannien, sondern ruft in seinem unharmonischen Disco-Post-Punk Erinnerungen an Black Eyes und andere Bands hervor, die Hardcore nach Fugazis Abtauchen energetisch weiterdachten. (Uli Eulenbruch)

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