Filmportrait: Steve Reich "Phase To Face"

Reflexionen einer Koryphäe: Mit „Phase To Face“ hat der französische Filmemacher Éric Darmon ein substantielles Portrait des amerikanischen Avantgarde-Komponisten Steve Reich gezeichnet. Der knapp einstündige Film gewährt einen faszinierenden Einblick in die Techniken des gebürtigen New Yorkers und spannt einen umfassenden Bogen von den Anfängen seiner Karriere bis in die Gegenwart.

Wenn in diesen Tagen bis auf das Skelett entkleidete Rhythmusmuster ihre Kreise ziehen, Stunde um Stunde, Takt für Takt, dann befindet man sich für gewöhnlich eher in einem Club als in einer Philharmonie. Die Hände schlägt angesichts dieser scheinbaren Trivialität schon lange niemand mehr über dem Kopf zusammen. Doch als Steve Reich in den sechziger Jahren begann, mit schwindelerregend repetitiven Mustern zu experimentieren, klang das Echo des reaktionären Flügels noch ganz anders. Heute gilt der 74-jährige als Vordenker der elektronischen Musik.

Der Weg zum Legendenstatus wird von Regisseur Éric Darmon in eindrucksvollen Bildern und emphatischen O-Tönen nachgezeichnet. Mit Filmen über Philipp Glass, Pierre Henry oder Heitor Villa-Lobos hat sich der Franzose bereits in der Vergangenheit als ausgewiesener Kenner und talentierter Portraitist bewiesen. Wenn Steve Reich mit fast schon infantiler Begeisterung von seiner Entdeckung der Phasenverschiebung berichtet, erscheinen einem die komplexen Techniken des Komponisten als das Plausibelste der Welt. Die Gespräche werden dabei immer wieder durch Aufzeichnungen von Konzerten, Proben und Videoinstallationen aufgelockert, was der Musik den notwendigen Platz einräumt.

„Phase To Face“ läuft am 21. November um 6:00 Uhr auf Arte und wird am 25. November um 5:00 Uhr wiederholt. Darüber hinaus ist der Film auch in der Mediathek verfügbar.

Steve Reich, Phase to Face (Frankreich, 2009, 52min); Regie: Éric Darmon, Frank Malle

Steve Reich, Phase to Face

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