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Immer geschmeidig bleiben: Mr. Day

Immer geschmeidig bleiben: Mr. Day

Soulmusik ist ein abgeschlossenes Kapitel der Musikgeschichte. Fast alles, was nach der Hochzeit in den 60er Jahren erschienen ist, ist bloßes stilistisches Zitat. Dass das nicht schlecht sein muss, haben besonders in den letzten Jahre immer wieder Künstler bewiesen: Jamie Lidell, Mayer Hawthorne, Amy Winehouse oder die zuletzt erfolgreich auch in den deutschen Albumcharts vertretene Sharon Jones mit ihren Dap-Kings.

Alle genannten setzen dabei auf unterschiedliche Herangehensweisen: Sharon Jones schickt ihre Songs auf eine Zeitreise, knarzt und scheppert ein bisschen blechern. Mayer Hawthorne versucht es etwas frischer und zeitgemäßer, was sein letzjähriges Album anschmiegsam wie ein Kashmir-Pullover machte. Ins gleiche Horn stößt nun auch Mr. Day, der als Frontmann der Reggaetruppe “Dynamics” bereits seit Jahren an der Spitze der europäischen Neo-Soul-Musiker rangiert. Mit „Small Fry“ ist ihm ein außergewöhnlich lässiges Solodebüt gelungen, das ganz sicher auch Verfechter der Souloriginale zufrieden stellt. „If I Can’t Love You“ trägt im gesetzten Balladentempo eine erste Duftmarke, “Tears Of Joy“ shakert mit offen zur Schau gestellter Freundlichkeit vorbei und mit „Heaven Knows“ und „Soul On Wax“ gibt es sogar auch kleine Hits zu verbuchen.

hudson mohawkeDer Beat-Band-Klang ist dabei warm und gefühlvoll, sogar dann noch, wenn in latente Swing- und Jazzgefilde gedriftet wird, die hier wie angegossen sitzen. Funky genug ist diese Melange sowieso. Drei Coversongs gibt es zu bestaunen, die im Oevre des Franzosen gar nicht als Fremdkompositionen auffallen und ganz und gar unpeinlich geraten sind. Dass Mr. Days Stimme dabei nicht ganz so dunkel, variabel und mysteriös klingt wie von vielen seiner Kollegen, ist zu verschmerzen – als Bleichgesicht macht er seine Sache außerordentlich gut und verleiht „Small Fry“ eine wohlschmeckende Portion Unbekümmertheit. Frühstücksbrötchen schmieren sich mit dieser sommerlich-nostalgischen Retromischung sowieso ganz von alleine. Und was die fehlenden Eigenheiten betrifft: Die werden von der Masse an Songs mit Klasse sowieso in den Hintergrund gepresst. Mit ganz sanftem Nachdruck.

Links: MySpace

“Small Fry” ist bereits via Favorite erschienen und lässt sich auf der Labelhomepage in voller Länge streamen


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