MGMT verblüffen mit neuem Song!

Eine willkommene Überraschung: Wer gedacht hätte, MGMT würden nach ihrem Millionenseller „Oracular Spectacular“ den einfachen Weg wählen und für „Congratulations“ bedingungslos und plump die Verkaufszahlen in den Fokus rücken, könnte sich womöglich täuschen.

Zumindest dann, wenn „Flash Delirium“ repräsentativ für das am 09. April erscheinende Gesamtwerk gesehen werden kann. Die Vorab-Single hat seit wenigen Stunden den Weg ins Netz gefunden und mal so gar nichts mit dem eingängigen, kurzweiligen Charakter der Radiohits a là „Kids“ zu tun. In gut vier Minuten ist „Flash Delirium“ zu keiner Zeit einzufangen. Zickzackartig wird gleich mehrfach die Richtung gewechselt, ohne allzu offensichtlich auf einen Höhepunkt zuzusteuern (auf den dennoch selbstverständlich nicht verzichtet wird). MGMT gelingt – ähnlich wie sonst häufig nur den großartigen Of Montreal – mit diesem Song eine Art Psychedelic-Synthie-Art-Pop, der auch in komplexesten Strukturen den direkten Kontakt zur Tanzfläche wart und dabei nicht selten die Small Faces oder Beach Boys ins Gedächtnis ruft. Glaubt ihr nicht? Dann hört rein.

6 Kommentare zu “MGMT verblüffen mit neuem Song!”

  1. Tim sagt:

    Ich kann die Meinung von Pascal leider so gar nicht teilen.
    Ich bin eher maßlos enttäuscht von dem Song. Manchmal habe
    ich das Gefühl dass auf AUFTOUREN.de, kommerziell erfolgreiche
    Alben für minderwertig gehalten werden bzw grundsätzlich kritischer beäugt werden. „Oracular Spectacular“ war eines der wegweisendesten Alben der letzten Jahre. Nicht umsonst fühlten sich viele Künstler inspiriert (z.B. Empire Of The Sun), haben
    kräftig gesampelt (Chiddy Bang) oder wollten MGMT als Remixer gewinnen.

    Der neue Song ist weder richtungsweisend noch innovativ.
    Eher ist er ein herumdümpelndes Etwas ohne wirklich viel Kreativität.
    Ein Song darf ruhig seinen Hörer gefangen nehmen. Das tut dieser
    bei mir auch nach dem sechsten mal Hören in keinster Weise.
    Aber wie sagt man so schön; Über Geschmack lässt sich nicht streiten.
    Und trotzdem die bitte ans AUFTOUREN.de-Team, gebt auch kommerziell
    erfolgreichen Alben eine Chance auf gute Kritiken!
    Das ist eigentlich der einzige Punkt der mich bei euch auf die Palme bringt.
    Trotzdem mag ich eure Rezensionen und Tipps. Macht weiter so, mit dem ein
    oder anderen objektiven Blick auf kommerziell erfolgreiche Platten!

    Gruß
    Tim

  2. Markus sagt:

    Vielen Dank für deine sachliche und in vielleicht auch etwas begründete Kritik. Allerdings darf man auch nicht in Pauschalisierungen abdriften. Hier sind unterschiedliche Schreiber mit unterschiedlicher musikalischer Sozialisation am Werk. Wir schreiben über das, was wir gerade toll finden – und da bleibt es nicht aus, dass viele der Indie-Themen besprochen werden, aber eher weniger Mainstream-Alben.

    Ich find den MGMT-Track insofern bemerkenswert, als das nicht die ganz große Durchbruchs-Single ist, die man vielleicht erwartet hätte. „Oracular“ fand ich übrigens toll, die Singles gehören definitiv zum Besten, was das Jahrtausend hergegeben hat. Persönlich mag ich auch die neue Vampire Weekend (schrieb ich auch bereits) und muss gestehen, dass ich 2009 die La Roux deutlich zu niedrig bewertet habe. Auch Lady Gaga hätte ich schlussendlich rezensieren sollen – deren „Fame Monster“ ist nämlich auch ein hervorragendes, unterhaltsames Popmonster.

    Ansonsten gibt es bei uns aber keine Redaktionsrichtlinie, dass „kommerziell erfolgreiche“ Alben schlechter wegkommen müssen. Es ist nur eben oft so, dass sie vielleicht doch einen Ticken weniger spannend sind als einige der Leftfield-Produkte. Im Falle der Owl City (siehe Rezikasten) ist die Wertung aber mehr als Konsens im AUFTOUREN-Team…

  3. Pascal Weiß sagt:

    @Tim: Erst einmal freue ich mich, dass Du so ausführlich Deine Meinung sagst, gute Sache!

    Generell kann ich nicht verhehlen, kein großer Fan des letzten MGMT-Albums zu sein, das stimmt. Das trifft aber erstens längst nicht auf die gesamte Redaktion zu und hat zweitens überhaupt nichts mit der Anzahl verkaufter Platten, sondern einzig und allein damit zu tun, dass ich kein großer Freund des aufpolierten Synthie-Pops (zugegeben, das hört sich jetzt sehr negativ an) bin und dem anhaltenden Wave-Trend – der spätestens seit dem Debüt von Franz Ferdinand nicht mehr aufzuhalten ist und einfach kein Ende finden will – generell skeptisch gegenüber stehe. Das ist wohl auch der Grund, warum ich Bands wie Cut Copy oder in weiten Teilen auch Phoenix nicht viel abgewinnen kann. Und das mag auch der Grund sein, warum ich das Debüt von Yeasayer jederzeit dem neuen Werk vorziehen würde.
    Aber bitte, das hat nichts mit dem Erfolg zu tun: Nach wie vor finde ich bspw. große „Hype“-Bands wie die Libertines oder White Stripes großartig – ja, auch nach den Stadiongesängen;) – die neue Spoon (immerhin in die Top5 der US-Billboard-Charts eingestiegen) gehört für mich klar zu den besten Platten der letzten Monate.
    Was mich aber sehr wohl stört, und da mögen wir womöglich ähnlicher Ansicht sein, ist der Hang von vielen Bands, den eigenen künstlerischen Anspruch dem Blick auf die Verkaufszahlen unterzuordnen und sich dann der Einfachheit halber des angesagten Einheitsbreis zu bedienen.

  4. Ich mochte MGMT vor allem auf ihrer Debüt-EP (bevor sie „Erfolg hatten“, sorry), als sie wirklich sehr nach of Montreal klangen. Aber im Gegensatz zu deren letztem Album, das ja auch kaum 30 Sekunden in einer Spur bleiben wollte, lassen hier die Einzelideen bis auf den Schluss arg Melodiegefühl vermissen. So bleibt halt nur ein weiterer Fridmannscher Psych-Schwurbel den man in besser auch bei den Flaming Lips oder Black Moth Super Rainbow finden könnte, sowohl mit mehr wie auch weniger Pop-Appeal.

    Der Titelsong ist aber erheblich geradliniger, dass ausgerechnet „Flash Delirium“ als Vorabstück ausgewählt wurde könnte also durchaus eine Finte sein.

  5. […] baut genüsslich einen Lärmturm um schließlich am Ende wieder im Intro zu enden. Obwohl MGMT- und Flaming-Lips-Soundtüftler Dave Fridmann sich für alle Songs (bis auf die jüngst schon mal […]

  6. […] “Flash Delirium” verwirrte mehr als es Klarheit schaffte, obwohl Ben Goldwasser und Andrew VanWyngarden im Vorfeld […]

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